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Dacia Maraini
Mauro Raffini

Die italienische Schriftstellerin Dacia Maraini ist diesjährige Preisträgerin des Ehrenpreises des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln. „Gerade in einer Zeit neuer Spannungen in Europa steht ihr Werk für Humanität, Empathie und die Kraft des Gesprächs. Dacia Maraini hat gezeigt, dass Literatur Brücken bauen kann, wo Vorurteile Mauern errichten“, heißt es in der Begründung der Jury. Damit werde „nicht nur eine große Autorin, sondern eine europäische Stimme des Respekts, der Freiheit und des friedlichen Miteinanders“ gewürdigt, so HVB-Präsident Benedikt Föger. Die feierliche Ehrung findet im Rahmen der Europäischen Literaturtage am 22. November 2026 in Krems/Stein an der Donau statt.

Über Dacia Maraini

Dacia Maraini gilt als eine der wichtigsten Stimmen Italiens und als feministische Pionierin. Sie wurde 1936 in Fiesole geboren und wuchs in Japan und Sizilien auf. Aufgrund der antifaschistischen Haltung der Eltern war sie in einem japanischen Gefangenenlager interniert. Sie war eine der Ersten, die über Gewalt an Frauen schrieb, begründete experimentelle Theater, reiste mit Pier Paolo Pasolini für Filmprojekte nach Afrika und schrieb Drehbücher für Margarethe von Trotta. Zuletzt erschienen bei Folio „Tage im August“ (2024) und „Ein halber Löffel Reis“ (2025).

Zum Preis

Der Ehrenpreis ist die höchste Auszeichnung des österreichischen Buchhandels und wird vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels ausgerichtet. Er wird seit 1990 an Personen vergeben, die sich in ihrem Werk und durch ihr Engagement für Toleranz in Bezug auf sprachliche sowie kulturelle Vielfalt in herausragender Art und Weise eingesetzt haben und somit einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander in Europa geleistet haben. Im Vorjahr ging der Preis an Eva Menasse.
 

Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels