Elisabeth Steinkellner, geboren 1981, wuchs im Bezirk Neunkirchen (NÖ) auf. In Wien besuchte sie ein Kolleg für Sozialpädagogik und studierte Kultur- und Sozialanthropologie mit dem Schwerpunkt Gender Studies. Seit 2010 veröffentlicht sie Lyrik und Prosa für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Für ihre Werke erhielt sie mehrere Auszeichnungen, ihre Bücher sind bisher in 12 Sprachen erschienen. Sie lebt in Baden bei Wien.
Steinkellner über Nöstlinger
„Was mir sofort in den Sinn kommt, wenn ich an die Bücher von Christine Nöstlinger denke, die ich in meiner Kindheit vorgelesen bekommen und später selbst gelesen habe: der Witz und Humor und dass wir manchmal alle beim Zuhören lachen mussten, die ganze Familie; dass die Bücher, anders als alle anderen mir bekannten Kinderbücher, in „meiner“ Sprache verfasst waren, der Sprache, die ich tatsächlich gesprochen habe – allein dadurch war mir, als befände ich mich mitten im Geschehen; die lebensnahen Figuren, die alle ihre Macken und Schrulligkeiten hatten und nie perfekt, sondern mal verständnisvoll, mal ungeduldig, mal liebevoll, mal aufbrausend waren; da wurde geschimpft und füreinander eingestanden, gestritten und zusammengehalten und irgendwie war immer alles ein bisschen trubelig und chaotisch. Dieser Alltag war mir vertraut, da fühlte ich mich aufgehoben“, so die Preisträgerin.
Begründung der Jury
„Elisabeth Steinkellner überzeugte die Jury mit ihrem feinen Gespür für Sprache und ihrem ausgeprägten Formbewusstsein. In der Vielfalt ihrer Arbeiten – vom illustrierten Roman über Prosaminiaturen bis hin zu Bilderbüchern und Lyrik – erweist sie sich als eine Autorin, die literarische Formen nicht nur beherrscht, sondern immer auch präzise und ihren Themen angemessen einsetzt. Besonders in den kurzen Formen, wo Rhythmus, Verdichtung und Genauigkeit zentral sind, wird ein außerordentliches Sprachgefühl sichtbar.
Elisabeth Steinkellners Werk reicht von engagierter Kinder- und Jugendliteratur, in der gesellschaftliche Fragen sensibel und differenziert verhandelt werden, über psychologisch fein gearbeitete Adoleszenzromane bis hin zu emotional vielschichtigen Miniaturen. Zugleich eröffnet sie mit ihren humorvollen und sprachspielerischen Texten in Bilderbüchern und Lyrikbänden Räume der Leichtigkeit, die von Witz und Freude am Klang der Sprache geprägt sind. In dieser Verbindung einer sensiblen Figurenentwicklung, sprachlicher Präzision und spielerischer Offenheit steht Elisabeth Steinkellner in einer Tradition, die sich – ganz im Sinne von Christine Nöstlinger – durch Respekt gegenüber ihren Figuren und ihren Leserinnen und Lesern auszeichnet, ohne dabei in Klischees zu verfallen oder Trends folgen zu wollen. Mit der Tiefe und Vielschichtigkeit eines in zahlreichen Übersetzungen vorliegenden Werkes ist Elisabeth Steinkellner eine herausragende Stimme in der zeitgenössischen Kinder- und Jugendliteratur.“
Zum Preis
Der von der Stadt Wien Kultur, Christine-Nöstlingers Buchstabenfabrik und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels gemeinsam ausgerichtete Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird seit 2021 jährlich verliehen, wobei eine fachkundige Jury die Preisträgerin oder den Preisträger nominiert.