Christine Nöstlinger (1936–2018) läutete in den 1970er-Jahren mit ihrem Debüt „Die feuerrote Friederike“ eine antiautoritäre Bewegung in der Kinder- und Jugendliteratur ein. Über 150 Bücher folgten, die in 45 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet wurden. Bis heute haben Nöstlingers Werke nichts an Aktualität eingebüßt.
Christine Nöstlingers Buchstabenfabrik
2018 gründeten ihre beiden Töchter „Christine Nöstlingers Buchstabenfabrik“, eine Gesellschaft zur Nachlassverwertung von Nöstlingers Werk. Ziel ist es, die Inhalte sowie die künstlerischen und ideellen Werte der Arbeit ihrer Mutter lebendig zu erhalten.
Seit 2021 wird der Christine-Nöstlinger-Preis vergeben, mit dem bisher Michael Roher, Linda Wolfsgruber, Lilly Axster, Heinz Janisch, Verena Hochleitner und Elisabeth Steinkellner ausgezeichnet wurden. Im selben Jahr wurde die Leseförderinitative „Was steht da?“ ins Leben gerufen.
Nöstlinger im Kino
Zum 90. Geburtstag widmet sich der Film „Nöstlinger – Sowieso und überhaupt“ dem Leben und dem Schreiben der beeindruckenden Autorin. Die charakteristische Mischung aus Humor, Realismus und sozialem Bewusstsein ihrer Werke hat die Kinderliteratur nachhaltig verändert. In dem dokumentarischen Porträt werden ihre markante Sprache, ihr scharfsinniger Humor und ihr unerschütterlicher Humanismus lebendig.
Entlang von Christine Nöstlingers Biografie erzählt der Film über den gesellschaftlichen Wandel in Österreich. Teilweise erstmals zu sehende Archivaufnahmen werden durch aktuelle Interviews mit ihren Töchtern Christiana Nöstlinger und Barbara Waldschütz sowie Künstler:innen wie Stefanie Sargnagel und Ursula Strauss ergänzt. Auch Astrid Lindgrens Tochter Karin Nyman kommt zu Wort. Der Film wird in allen Bundesländern ausgestrahlt. Der BVÖ verlost Karten für den Film.
Nöstlinger in den Regalen
Mehrere Neuerscheinungen kennzeichnen das Jubiläumsjahr. Bei G&G erscheint „Außerirdisch gut!“, ein Tagebuchroman mit Illustrationen von Horst Hellmeier. „Lumpenloretta“ wird als Young-Adult-Titel neu verlegt. Das Echo Medienhaus bietet mit „Marie und die Wolke“ eine bisher unveröffentlichte Nöstlinger-Geschichte – ein Vorlesebuch, das von Nöstlingers Tochter Barbara Waldschütz illustriert wurde. Im Residenz Verlag erscheint ein Sammelband mit Christine Nöstlingers Dialekt-Lyrik unter dem Titel „I ken mi ned wiaglich aus auf da Wöd“, ergänzt durch ihre bisher unveröffentlichten, comicartigen Illustrationen.
Bei Beltz erscheint „Maikäfer, flieg!“ in neuer Aufmachung und als Young-Adult-Ausgabe, bei Fischer Sauerländer ein neuer „Mini“-Sammelband mit Illustrationen von Christiana Nöstlinger und bei Oetinger ein neuer „Franz“-Sammelband mit Illustrationen von Erhard Dietl.
Nöstlinger im Museum
Eine Ausstellung im Literaturmuseum zeigt einen Ausschnitt aus dem Nachlass Christine Nöstlingers, den ihre Töchter Anfang 2025 der Österreichischen Nationalbibliothek übergeben haben und der nun wissenschaftlich aufgearbeitet wurde. Die Ausstellung mit dem Titel „Fliegende Katzen im Gemeindebau. Christine Nöstlinger – Pionierin der Kinderliteratur“ wird mit einer Veranstaltung am 8. Oktober 2026 eröffnet.
Nöstlinger in den Bibliotheken
Im Herbst finden viele weitere kulturelle Veranstaltungen zu Christine Nöstlinger statt. Auch Bibliotheken können sich an den Feierlichkeiten zum Jubiläum beteiligen und beispielsweise Medientische gestalten. Informationen dazu bieten die folgenden Links. Darüber hinaus können Bibliothekar:innen Unterlagen (Buchlisten, Zitate, Bildmaterial) downloaden und für die Vorbereitung verwenden.
Links und Material
Gewinnspiel
Der BVÖ verlost 10x2 Kinokarten sowie Plakate und Flyer für den Film „Nöstlinger – Sowieso und überhaupt“! Senden Sie ein E-Mail mit dem Betreff „Nöstlinger-Gewinnspiel“ an bestellservice@bvoe.at und geben Sie Ihre Versandadresse bekannt.
Für Werbematerial zum Film und Sonderveranstaltungen können sich Bibliothekar:innen an Sarah Stross wenden: office@sarahstross.com