Büchereiverband Österreichs
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Öffentliche Bibliotheken als Menschenrecht

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20.11.2017
Lehrgang 130/1 (Ausgebucht!)

Der freie und gleiche Zugang zur Bildung ist Voraussetzung für eine demokratische Gesellschaft. Es darf nicht von sozialer, geografischer oder kultureller Herkunft abhängig sein, ob Menschen mit guten Chancen ihren Lebensweg beginnen und begehen. Die Beteiligung an Bildung und Kultur ist ein Grundrecht.

Eine wesentliche Voraussetzung für die Erlangung sozialer Kompetenz und Bildung ist die Lesefähigkeit. Mehr als ein Viertel der österreichischen Jugendlichen kann nicht Sinn erfassend lesen. Um diesen die weitere persönliche und berufliche Entwicklung hemmenden Mangel zu beseitigen, bedarf es der gemeinsamen Anstrengung aller gesellschaftlichen Kräfte.

Nicht alle Familien können ihre Kinder beim Erwerb von Bildung und Wissen im notwendigen Maß begleiten. Dafür kann es viele Gründe geben: Der Arbeitsdruck auf die Eltern lässt keine ausreichende Betreuung der Kinder zu, oder die Eltern sind selbst bildungsferner Herkunft und konnten aus welchen Gründen auch immer die notwendige Expertise nicht erwerben. Auch Menschen, die aus anderen Kulturen zu uns gekommen sind, können ihren Kindern oft nicht die notwendige sprachliche Unterstützung geben.

Kindergarten und Schule tragen Ihres und Vieles dazu bei, die Bildungslücken zu schließen. Aber auch sie können alleine die große Aufgabe nicht bewältigen.

Umso wichtiger ist die Rolle der Büchereien. Sie gewährleisten den freien und unmittelbaren Zugang von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zum Buch, zur Zeitschrift, zu den digitalen Medien. Damit ermöglichen sie Menschen unabhängig von deren sozialer, ökonomischer und kultureller Herkunft, jene Medien zu benutzen, die sie sich aus Eigenem nicht leisten könnten oder zu denen sie nie hingeführt wurden.

Alle Menschen in Österreich sollten sich möglichst rasch und einfach der Leistungen der Öffentlichen Büchereien bedienen können. Daher gilt es, eine flächendeckende Versorgung mit bibliothekarischen Dienstleistungen bestmöglich zu gewährleisten. Der Schriftsteller Josef Winkler kritisiert den heutigen Ist-Zustand, wenn er sagt: „Büchereien sind ein Menschenrecht!“

Im Folgenden ist in Kürze dargestellt, welchen Beitrag Öffentliche Büchereien für die soziale Entwicklung, den Bildungsstand und die Kulturvermittlung in der Gesellschaft leisten. Daraus lässt sich deutlich erkennen, dass es eine zentrale öffentliche Aufgabe sein muss, das Bibliothekswesen in Österreich weiterzuentwickeln und für eine flächendeckende Versorgung mit hoher Qualität an Medien und Beratungsleistung zu sorgen.

Bildungszentrum Bücherei

Lesen ist die wichtigste Schlüsselkompetenz für alle Formen des Wissenserwerbs. Wer keinen Zugang zum Lesen bekommt, ist an der persönlichen Entwicklung, am Lernen und an der Teilhabe an Kunst und Kultur gehindert.

Darum braucht es den freien Zugang zu allen Medien und einen offenen Ort, an dem die Voraussetzungen für ein das Leben begleitendes Lernen gegeben sind.

Öffentliche Büchereien können dank der Expertise ihrer MitarbeiterInnen ein vielfältiges Angebot und kompetente Beratung bieten. Sie tragen damit wesentlich zur Förderung der Lesekompetenz und sprachlichen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen bei.

Darüber hinaus unterstützen sie Erwachsene bei der persönlichen oder beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Kulturzentrum Bücherei

Büchereien sind Orte der Kulturvermittlung und verstehen sich als Drehscheibe vielfältiger kultureller Aktivitäten. Breite Angebote an Literatur und Sachbüchern eröffnen ein offenes Kulturverständnis. Wo Hoch- und Populärkultur, Zeitschriften, literarische Bücher, audiovisuelle Medien und Spiele angeboten werden, wird die ganze Welt des Wissens und der Kultur aufgespannt und sichtbar.

Auf diese Weise bewahren öffentliche Büchereien das kulturelle Erbe und öffnen gleichzeitig den Blick für das Neue.

Dieser freudvolle Zugang zum Buch ist erfolgreich: Während die Zahl der Leserinnen und Leser von Büchern in Österreich sinkt, verzeichnen die Öffentlichen Büchereien stetig wachsende Leserzahlen.

Sozial-integratives Zentrum Öffentliche Bibliothek

Büchereien sichern demokratische Grundrechte, indem sie helfen, die Kluft zwischen Informations-Armen und Informations-Reichen zu schließen.

Sie sind Orte der Begegnung und Kommunikation: Menschen aller Altersgruppen, sozialer Schichten oder unterschiedlicher kultureller Zugehörigkeit können sie für den Dialog und Austausch nutzen.

Öffentliche Büchereien schaffen den freien Zugang zu Informationen für alle Bürgerinnen und Bürger ungeachtet ihres sozialen, materiellen, religiösen, gesundheitlichen und ethnischen Status.

Informationszentrum Öffentliche Bibliothek

Büchereien sind heute, wenn es ihre ökonomische Ausstattung ermöglicht, moderne Informations-, Kommunikations- und Technologiezentren.

Damit schaffen sie einen Zugang zu den digitalen Medien für all jene, die ohne dieses Angebot von der Entwicklung ausgeschlossen wären.

Büchereien sammeln lokale Informationen und Publikationen, bereiten sie auf, machen sie für alle zugänglich und werden auf diese Weise zu regionalen Wissens-, aber letztlich vor allem auch Bildungszentren.