Büchereiverband Österreichs
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Bibliotheksangebote für Flüchtlinge

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24.04.2017
Perlen sammeln: Neue Belletristik im Fokus

Das Engagement unzähliger BibliothekarInnen ist beeindruckend. Der Büchereiverband Österreichs stellt hier kleine und große Projekte für Flüchtlinge und mit Flüchtlingen vor, die Mut machen sollen und uns stolz machen. Hier wird Willkommenskultur gelebt!

Diese Liste wird laufend erweitert: Bitte erzählen Sie, was Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten bereits für Flüchtlinge anbieten. Das muss kein ausführlicher Bericht sein, eine kurze Information an ideenpool@bvoe.at reicht. „Kleine” Schritte, wie etwa die Bibliothek für Sachspendensammlungen, Deutschunterricht oder einen Infoabend zur Verfügung zu stellen, oder auch einmalige Aktionen sind wichtige Zeichen und sollen wahrgenommen werden. Genauso darf dabei über Schwierigkeiten, die aufgetreten sind, berichtet werden: um einen Dialog zu starten, Lösungsansätze zu finden und damit Entwicklung stattfinden kann.

Burgenland:

  • Die AK-Bücherei Eisenstadt arbeitet mit der Organisation Pannonische Tafel zusammen und stellt AsylwerberInnen in der Bibliothek Computerarbeitsplätze zur Verfügung. Sprachkurse in Arabisch und Englisch wurden angekauft und Spenden für die Flüchtlingshilfe in Wiesen gesammelt. Zudem wurde auch ein Paket Bücher ohne Worte übergeben.
  • Die Bibliothek Kroatisch Minihof spendete den Erlös ihrer Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek-Veranstaltung (Lyriklesung mit Hess&Fink) an die Pannonische Tafel in Eisenstadt.

Kärnten:

  • Die AK-Bibliotheken Kärnten bieten Bibliotheksführungen an und bauen ihren fremdsprachigen Bereich aus (z.B. Deutsch für Arabisch sprechende Menschen).

Niederösterreich:

  • Die Stadt- und ÖGB-Bücherei Amstetten übergibt ein Paket "Bücher ohne Worte" an die Flüchtlinge im Containerdorf in Mauer.
  • In der Pfarrbibliothek Edlitz gibt es einen Deutschkurs für Flüchtlinge und eine Sammelaktion für Wörterbücher und Erstlesebücher.
  • In der Haydn-Bibliothek Hainburg finden schon seit 2010 Deutsch-Konversationsstunden statt. Die Bibliothek übergibt zudem ein Paket Bücher ohne Worte an die Flüchtlingsunterkunft im Ort.
  • Die Gemeinde- und Gewerkschaftsbücherei Himberg organisiert ehrenamtliche Deutschkurse für AsylwerberInnen und bietet außer Lernhilfen auch einige arabische Bücher an. In sechs Kursgruppen wird seit Anfang September 2015 fleißig unterrichtet.
  • Die Stadtbücherei & Mediathek Krems bietet für Asylwerbende und Flüchtlinge Bibliotheksführungen an und baut den fremdsprachigen Bereich aus. Um die Schwellenangst zu nehmen besuchten TeilnehmerInnen eines Deutschkurses für AsylwerberInnen im Rahmen der Volkshochschule Krems die Stadtbücherei & Mediathek Krems. Dabei konnten sie die Räumlichkeiten und auch das Medienangebot für Menschen mit „Deutsch als Zweitsprache“ kennenlernen (siehe Foto). Anfang des Jahres fand für Menschen mit Migrationshintergrund ein Workshop „Bücher, Sprachschätze für Kinder“ statt – mit Petra Karl-Ptacek, Sentipe Zekiye und Ingrid Andrä. Broschüren „Buchstart-Kinder lieben Bücher“ mit mehrsprachigen Einlageblättern wurden verteilt. Das Medienangebot zu „Deutsch als Zweitsprache“ und „Leicht zu lesen für Erwachsene und Jugendliche“ – Niveaustufe A1 und A2 wird ständig erweitert und in Form von Dauer-Ausstellungen in der Bücherei präsentiert.
  • Ein Paket "Bücher ohen Worte" wird von der Stadtbücherei Langenlois an die Flüchtlingshilfe Langenlois übergeben.
  • Unter dem Titel Konversationscafé bietet die Stadtbibliothek Melk kostenlose Deutschkurse für Flüchtlinge an.
  • Die BiblioTexing organisiert Veranstaltungen für Asylwerber (z. B. gemeinsame Weihnachtsfeiern oder ein internationales Buffet) und lädt zum Austausch in die Bücherei. Asylwerber arbeiten in der Bücherei mit und können außerdem kostenlos Medien entlehnen. Über Schwierigkeiten und Herausforderungen hat die Bücherei in den Büchereiperspektiven 03/15 berichtet.
  • Die Stadtbibliothek Traiskirchen spendete die Einnahmen des Bücherflohmarktes an die Caritas und übergibt ein Paket Bücher ohne Worte an die Organisation Connect.Traiskirchen, die Freizeitaktivitäten für Flüchtlinge organisiert.

Oberösterreich:

  • Die Bücherei Alkoven hat im Advent die Aktion „Bücher für Bücher“ durchgeführt. Mit ausgeschieden Büchern wurden Überraschungsbuchpakete geschnürt (immer 3-4 Bücher) und gegen freiwillige Spenden an die BibliotheksbesucherInnen abgegeben. Vom Reinerlös der Aktion wurden für die Asylwerber in Alkoven Wörter- und Arbeitsbücher angekauft (siehe Foto).
  • Die Stadtbibliothek Ansfelden startet zusammen mit dem Verein für interkulturelle Begegnung und Kulturvermittlung das Projekt Lesetandem, bei dem ehrenamtlich Lesepatenkinder betreut werden.
  • Die Bibliothek Bad Ischl ist immer wieder eine wichtige Drehscheibe im Ort, da sich viele LeserInnen in der Betreuung der Flüchtlinge engagieren und dazu das Angebot der Bibliothek nützen. Auch die Teilnehmenden des örtlichen Deutschkurses besuchen regelmäßig die Bibliothek. Ein Buchpaket Bücher ohne Worte wird übergeben.
  • Regelmäßig wird die Pfarrbibliothek Grieskirchen von Flüchtlingen besucht, die derzeit in der alten Hauptschule untergebracht sind. Mehrere LeserInnen und zwei Personen aus dem Bibliotheksteam geben Sprachunterricht, es werden gemeinsam Filme angesehen und das Medienangebot für die Kommunikation und das Erlernen der Sprache genutzt. Außerdem stehen die Räumlichkeiten der Bibliothek für den Sprachunterricht zur Verfügung.
  • In Kooperation mit dem Netzwerk Flüchtlingskinder bietet die Stadtbibliothek Linz im Wissensturm eine Kulturveranstaltungsreihe für Kinder aus Flüchtlingsfamilien an. Einen Bericht über die Herausforderungen dieser Zusammenarbeit finden Sie in den Büchereiperspektiven 03/15.
  • Die Öffentliche Bibliothek Puchenau steht in enger Kooperation mit der örtlichen Flüchtlingsorganisation als Sammelstelle für Sachspenden zur Verfügung. Während der Öffnungszeiten können jederzeit Spenden abgegeben werden. Auch die Sachspenden-Sammelliste wird durch die Bibliothek laufend aktualisiert. Als Nebeneffekt hat das der Bibliothek die eine oder andere Neueinschreibung von Einheimischen eingebracht. Die Bibliothek steht während und auch außerhalb der Öffnungszeiten außerdem für private Deutsch-"Nachhilfe" zur Verfügung.
  • Die Stadtbücherei Ried kooperiert mit den örtlichen Flüchtlingsorganisationen. Ein Buchpaket Bücher ohne Worte geht an die Caritasunterkunft im Kapuzinerkloster.
  • Die Stadtbücherei Schärding hält in Zusammenarbeit mit der Caritas Vorlesenachmittage für Flüchtlingskinder mit Müttern ab. Die Vorlesestunden werden auf Arabisch-Deutsch zusammen mit einer syrischen Asylwerberin und einer pensionierten Pädagogin abgehalten. Die Vorlesestunden sind während der Verleihzeiten angesetzt, um die soziale Integration zu fördern.

Salzburg:

  • Die Bibliothek Elixhausen stellt Flüchtlingen einen Raum für selbstständiges Lernen oder für das Arbeiten mit einer Sprachmentorin zur Verfügung. Am Freitag gibt es immer ein Café für alle, wo gemeinsam gekocht wird. Auch 2-sprachige Märchenlesungen in Deutsch und Arabisch werden angeboten.
  • Ein Buchpaket "Bücher ohne Worte" wird von der Stadtbücherei Hallein an die Flüchtlingsunterkunft in Hallein übergeben.
  • Die Bibliothek Henndorf richtet eine kleine Bibliothek in der Flüchtlingsunterkunft Thalgau ein und sammelte dafür Buchspenden.
  • Die Bibliothek Michaelbeuern funktioniert in der Gemeinde als Begegnungsort und hat so bei der Aufnahme der Flüchtlinge geholfen: Gemeinsamer Besuch der Bibliothek, Begrüßungsfest und Buchstartsackerl für die Neugeborenen. 
  • Flüchtlinge, die im Bildungszentrum Saalfelden, das Bibliothek und Volkshochschule vereint, einen Deutschkurs besuchen, können alle Medien gratis entlehnen. Selbstverständlich werden ihnen auch die PC-Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt.
  • Die Stadt:Bibliothek Salzburg lädt zum kostenlosen Deutschkurs „Treffpunkt Deutsch“. Die Kurse werden durch den Österreichischen Integrationsfonds koordiniert und von Ehrenamtlichen abgehalten.
  • Die Universitätsbibliothek Salzburg öffnet im Rahmen des MORE-Projekts anerkannten Asylberechtigten und AsylwerberInnen ihre Tore und stellt ihre Dienstleistungen kostenlos zur Verfügung. Alle Bibliotheksstandorte sind frei zugänglich, die Medienbestände (analog und digital) können in den Bibliotheken genutzt werden und spezielle Führungen werden angeboten.

Steiermark:

  • Die Stadtbibliothek Graz verleiht u.a. das Themenpaket Dorthin kann ich nicht zurück. Über Migration, Flucht & Asyl, veranstaltet Workshops zum Thema, z.B. Strategien gegen Stammtischparolen oder Die Situation von Asylwerbenden in Österreich“.
  • Die FH Johanneum Bibliothek veranstaltet einen karitativen Bücherflohmarkt in den Bibliotheken Graz, Kapfenberg und Bad Gleichenberg. Die Einnahmen kommen Flüchtlingsprojekten zugute.
  • Die Flüchtlinge besuchten aus eigener Initiative immer wieder die Bibliothek im Kunsthaus Köflach. Die Bibliothek reagierte und bietet seit Februar 2015 dreimal die Woche einen Deutschkurs an. Zudem können laufend Sachspenden abgegeben werden. Über drei Monate lang wurden die angefallenen Mahngebühren gesammelt und an die Flüchtlinge übergeben. Einen Bericht finden Sie in den Büchereiperspektiven 03/15.
  • Im Begegnungscafé der Bücherei St. Stefan ob Stainz können AsylwerberInnen und EinwohnerInnen miteinander ins Gespräch kommen, Gesellschaftsspiele spielen und aus erster Hand mehr über die jeweils andere Kultur erfahren.
  • Die Stadtbücherei Voitsberg engagiert sich aktiv in der Flüchtlingshilfe und führt Veranstaltungen durch, z. B. die Ausstellung Afrikanische LebensART.
  • In der Stadtbücherei Weiz helfen mehrere Flüchtlinge aktiv mit, wofür ihnen ein Anerkennungsbeitrag gezahlt wird. Die Bücherei sieht darin eine Win-Win-Situation: Die Bibliothek werde bei ihrer Arbeit durch Flüchtlinge unterstützt und eine neue Zielgruppe angesprochen. Weiters fänden die Flüchtlinge sozialen Anschluss und eine Beschäftigung.

Tirol:

  • Die Stadtbücherei Innsbruck führt regelmäßig Büchereiführungen (in Deutsch oder Englisch) durch und bietet fremdsprachige Medien und Sachliteratur zum Themenkomplex Migration an. In Zusammenarbeit mit der Organisation „Asyl in Tirol“ wurde ein kostenloser Leseausweis für Flüchtende geschaffen. Das Sprachkurs- und fremdsprachige Medienangebot wird ständig erweitert. In Kooperation mit der Integrationsstelle der Stadt Innsbruck werden Sprachkursboxen der Firma GEMNOVA zum Verleih angeboten, deren Inhalt sich speziell an den Bedürfnissen von SprachlehrerInnen für Flüchtende orientiert. Einen Bericht zur Arbeit der Stadtbücherei Innsbruck gibt es in den Büchereiperspektiven 03/15.
  • Die Bibliothek Sautens bietet Flüchtlingen die Bibliothek als Treffpunkt und Deutschlernraum an. Für die DeutschlehrerInnen hat die Bibliothek einschlägige Lehrbücher angeschafft. Außerdem steht der BesucherInnen-PC zur Verfügung. Für Flüchtlinge ist die Ausleihe frei, wobei es für sie erst zu lernen galt, dass man die Medien wieder rechtzeitig zurückbringen soll und dass man die Druckwerke schonend behandelt. Diverse weitere Aktionen, wie zum Beispiel ein Rodelnachmittag, wurden ebenfalls organisiert und durchgeführt. Mittlerweile gibt es einen Verein namens Die Sautner Hoffnung, die wie die Bibliothek der Raum für ehrenamtlichen Deutschunterricht und Anlaufstelle bei diversen Fragen und Problemen bildet.
  • Das Team der Bücherei & Spielothek Telfs gestaltete in der Flüchtlingsnotunterkunft in der Feuerwehrschule Telfs Spiel- und Bastelaktionen.
  • Die Bibliothek Terfens stellt für Flüchtlinge eine Bücherbox zur Verfügung. Die Flüchtlingsunterkuft ist sehr abgelegen, daher wäre ein regelmäßiger Büchereibesuch sehr umständlich. Die Medien der Bücherbox wurden nach Absprache mit anderen Bibliotheken ausgewählt, sie beinhaltet ein großes visuelles Lexikon (viersprachig), ein paar Zeitschriften und Romane in einfacher Sprache (speziell für DeutschanfängerInnen). Weiters beteiligt sich die Bibliothek an der Vernetzung der freiwilligen HelferInnen vor Ort und Veranstaltungen werden durchgeführt (z.B. ein Themenabend zu Syrien).
  • Die Bibliothek Zirl setzt u.a. in ihrem Spatzenklub einen Schwerpunkt und lädt Flüchtlingskinder dazu ein und Flüchtlinge können aktiv an Veranstaltungen wie dem Native Speakers Jazz Up teilnehmen. Außerdem wurde ein Paket mit Büchern ohne Worten an die Flüchtlingsunterkunft Zirl übergeben.

Vorarlberg:

  • Die Flüchtlinge und deren BetreuerInnen können in der Bücherei Bludesch gratis Bücher und Spiele ausleihen, dazu wurde eine eigene Lesenummer eingerichtet. Zudem übergab die Bücherei ein Paket "Bücher ohne Worte" und drei Brettspiele an die BewohnerInnen der Flüchtlingsunterkunft Gaisbühel.
  • In der Bücherei am Dorfbach Hard können Flüchtlinge und deren ehrenamtliche DeutschkursleiterInnen kostenlos Medien ausleihen. Einige Deutschkurs-Gruppen besuchen die Bücherei. Das fremd- und mehrsprachige Medienangebot (Arabisch und Persisch) wurde gezielt erweitert, ebenso das Angebot im Bereich Deutsch als Fremdsprache. Dabei wurde die Bücherei auch vom „Netzwerk mehr Sprache“ Hard unterstützt.
  • Die Bibliothek Feldkirch-Gisingen stellt ihre Räumlichkeiten für Deutschunterricht zu Verfügung.
  • Die Bibliothek Lustenau veranstaltete einen Bücherflohmarkt und einen Benefiztag mit Musik und Literatur zugunsten der Flüchtlinge in Lustenau. Der Medienbestand wurde um Bücher für Erwachsene in Arabisch erweitert (Kinderbücher in arabischer und deutscher Sprache waren bereits im Haus). Derzeit findet die Aktion "Bücher sagen Willkommen" gemeinsam mit zwei örtlichen Buchhandlungen statt. Mit der Deutschkursleiterin wurde eine Liste von geeigneten Medien für den Deutschkurs erstellt. Die Lustenauer EinwohnerInnen können diese Medien in den Buchhandlungen kaufen und spenden sie damit für die Kurse.

Wien:

  • Die BAOBAB Bibliothek bietet die von BAOBAB – Globales Lernen herausgegebene Broschüre an, die Personen im schulischen und außerschulischen Bildungskontext Informationen zu Unterrichtsmaterialien zu den Themen Flucht, Diversität und Sprachförderung, zu mehrsprachigen Kinder- und Jugendbüchern, Büchern ohne Worte, Links, kostenlosen Lernhilfen etc. zur Verfügung stellt.
  • Die Büchereien Wien bieten in Kooperation mit dem Projekt connect.erdberg Bücherboxen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an, die kostenlos entlehnt werden können. Über das Projekt wird auch in den Büchereiperspektiven 03/15 berichtet. Die Büchereien Wien rufen außerdem auf ihrer Website zu Buchspenden für Flüchtlinge auf.

Fehlt Ihr Projekt oder Ihre Aktion? Bitte eine Mail an ideenpool@bvoe.at.