Büchereiverband Österreichs
Museumstraße 3/B/12
A-1070 Wien

Tel.: +43/1/406 97 22
Fax: +43/1/406 35 94-22
E-Mail: bvoe@bvoe.at

Fenster schließenX
© VLADJ55
/ Shutterstock.com

Fragen an die Politik – PolitikerInnen antworten

Nächste Veranstaltung

21.10.2017
Beste Aussichten: Ein Streifzug durch die aktuelle Kinder- und Jugendliteratur

Der Büchereiverband Österreichs (BVÖ) hat an die bundesweit bei der Nationalratswahl 2017 antretenden wahlwerbenden Gruppen folgende zwei Fragen gestellt:
 

  1. Wird ihre Partei in der kommenden Legislaturperiode Maßnahmen wie die Erarbeitung und Umsetzung eines Bibliotheksplans/ Büchereientwicklungskonzepts unterstützen, die das öffentliche Büchereiwesen in Österreich stärken und damit den Public Value der Büchereien für Österreich deutlich erhöhen werden? Wenn ihre Partei der nächsten Regierung angehört, werden sie die Erarbeitung und Umsetzung eines Bibliotheksplans, eines Büchereientwicklungskonzeptes in der nächsten Legislaturperiode in die Regierungserklärung bzw. in das Arbeitsprogramm der nächsten Bundesregierung aufnehmen?
     
  2. Wird sich ihre Partei in der kommenden Legislaturperiode dafür einsetzen, dass für öffentliche Büchereien E-Books den gedruckten Büchern in rechtlicher Hinsicht gleichgestellt werden?

Die Hintergrundinformationen können Sie hier nachlesen. 

 

Stellungnahme SPÖ


Sehr geehrte Damen und Herren, 
 
für die SPÖ sind Öffentliche Büchereien Zentren für Bildung, Kultur, Information sowie soziale Integration. Sie leisten als Orte des freien Zugangs zu Wissen und Information einen wesentlichen Beitrag zur flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung mit Literatur, Information und Neuen Medien und zur Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung und Kultur. Wir wollen daher das Öffentliche Büchereiwesen stärken und unterstützen die Erarbeitung und Umsetzung eines Büchereientwicklungskonzepts. Wesentlich ist dabei auch die Einbeziehung von neuen technologischen Entwicklungen und elektronischen Medien, daher treten wir für eine Gleichstellung beim Verleih von E-Books und gedruckten Büchern für Öffentliche Büchereien ein.
 
Mit freundlichen Grüßen
Das Team des SPÖ-Parlamentsklubs
 

Stellungnahme FPÖ


Sehr geehrter Herr Jahl! 

Vielen Dank für Ihre Fragen zum öffentlichen Büchereiwesen, die ich im Namen von FPÖ-Kultursprecher NAbg. Dr. Walter Rosenkranz beantworten möchte! 

Bildung und deren Förderung, von der humanistischen Bildung bis hin zur Aus- und Weiterbildung, sind der FPÖ ein großes Anliegen. Noch als Dr. Rosenkranz selbst Bildungssprecher der FPÖ gewesen ist, hat er wiederholt darauf hingewiesen, dass beispielsweise angesichts des Umstandes, dass heute viele Pflichtschulabgänger die grundlegenden Kulturtechniken für die Arbeitswelt nicht mehr hinreichend beherrschen, gerade auch das Lesen intensiv gefördert werden muss. In diesem Sinne darf ich Ihnen mitteilen, dass die Forderungen des BVÖ, sowohl was die Erarbeitung und Umsetzung eines Bibliotheksplans bzw. eines Büchereientwicklungskonzepts betrifft, als auch die rechtliche Gleichstellung von E-Books und gedruckten Büchern für öffentliche Bibliotheken in der nächsten Gesetzgebungsperiode unterstützen wird. 

Mit freundlichen Grüßen
Christian Schmied

Mag. Christian Schmied
Büro Abg. z. NR Dr. Walter Rosenkranz
Sicherheits- und Kultursprecher der FPÖ 
 

Stellungnahme Die Grünen


Sehr geehrter Herr Jahl!

Gerne meine Antworten (obwohl ich nicht der zuständige Kultursprecher bin, aber das ist bei uns Grünen derzeit nicht so leicht durchschaubar J):

Zu 1)
In aller Kürze: Ja!
Öffentliche Büchereien leisten Großartiges in den Bereichen Bildung, Kultur und Integration. Leider wurde ihre Rolle von bisherigen Bundesregierungen nicht gebührend gewürdigt. Die Erarbeitung und vor allem die Umsetzung eines Bibliotheksplans sind essenzielle Maßnahmen, um das öffentliche Büchereiwesen in Österreich zu stärken und noch höheren Public Value zu generieren.
 
Zu 2)
Auch hier: Ja!
Die rechtliche Gleichstellung von E-Books und gedruckten Werken ist unbedingt notwendig, damit Büchereien ihr vielfältiges Angebot an veränderte KundInnenwünsche anpassen können.

Vielen Dank und freundliche Grüße
Harald Walser 
Die Grünen
 

Stellungnahme NEOS


Sehr geehrter Herr Jahl,

gerne darf ich Ihre Fragen hiermit beantworten:

Die öffentlichen Büchereien sind aus Österreichs Bildungslandschaft nicht wegzudenken. Wir sehen ihre Aufgabe - in Kooperation mit Bildungseinrichtungen – auch zunehmend im Bereich der Vermittlung von Medienkompetenz (hier gibt es ja auch schon einige Pilotprojekte). Ein bundeseinheitlicher Bibliothekenplan wäre notwendige Grundlage dafür. Wir werden uns jedenfalls dafür einsetzten. 

Wir sind gegen die Einschränkung der Nutzungsmöglichkeiten von E-Books im Verleihwesen. In dieser Hinsicht sollen E-Books mit gedruckten Werken jedenfalls gleichgestellt werden. 

Mit freundlichen Grüßen, Joachim Wressnig
NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum 
 

Stellungnahme Liste Pilz


Sehr geehrte Frau Schrenk, 

Ich kann diese Forderungen absolut unterstützen. 

Liebe Grüße, 

Sebastian Bohrn Mena 

Dr. Sebastian Bohrn Mena
Kandidat zur Nationalratswahl
Für Menschenrechte, Bildung & Tierschutz

LISTE PILZ. JA, ES GEHT! 
 

Stellungnahme KPÖ


Sehr geehrter Herr Jahl,

leider haben wir es verabsäumt, die Fragen des Büchereiverbands Österreichs rechtzeitig zu beantworten, ich möchte die Stellungnahmen von KPÖ PLUS zu diesem wichtigen Thema noch nachreichen:

Zu Frage 1:

KPÖ PLUS erachtet es für wichtig, das Bibliothekswesen als ein Ganzes zu verstehen. Daher werden wir uns dafür einsetzen, Öffentliche Büchereien gemeinsam mit Wissenschaftlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken zu einer einer einheitlichen Bibliothekslandschaft zusammenzuführen, ohne die Besonderheiten der einzelnen Bibliothekstypen zu negieren.

Bibliotheken und Büchereien werden von verschiedenen Trägern eingerichtet und erhalten: Bund, Ländern, Gemeinden, Pfarren, AK und ÖGB. Diese Zersplitterung hat dem österreichischen Bibliothekswesen – und besonders den öffentlichen Büchereien – nicht gut getan und behindert weiterhin eine gedeihliche, den Anforderungen entsprechende Entwicklung.

KPÖ PLUS tritt daher für ein alle Bibliotheksarten umfassendes Bibliothekengesetz ein, das die Erstellung eines gemeinsamen Entwicklungsplanes ermöglicht, um europäische und internationale Standards erreichen zu können. Dazu soll – wie auch im Bibliotheksprogramm der SPÖ aus dem Jahr 2006 gefordert, aber leider nie umgesetzt – ein Institut für Forschung, Entwicklung und Beratung für Bibliotheken gegründet werden. Außerdem erachten wir es für höchst an der Zeit, dass in Österreich zumindest ein Lehrstuhl für Bibliothekswissenschaft (Library and Information Studies) eingerichtet wird und damit das ungerechte Konstrukt der Universitätslehrgänge, die von den Studierenden selbst zu finanzieren sind, durch ein Regelstudium ersetzt wird.
Einen alleinigen Bibliotheksplan bzw. ein Entwicklungskonzept nur für Öffentliche Büchereien halten wir nicht für sinnvoll, daher werden wir uns dafür auch nicht stark machen.

Zu Frage 2:

Ja! Es muss aber klar sein, dass über eine erweiterte Bibliothekstantieme auch die Autor*innen von elektronisch veröffentlichten Medien für den möglichen Verlust von Verkaufserlösen entschädigt werden. Diese Kosten können die Öffentlichen Büchereien in ihrer derzeitigen Situation der Bedürftigkeit allerdings nicht tragen. Die Bezahlung muss daher der Bund übernehmen.

Mit freundlichen Grüßen,
Florian Birngruber

Florian Birngruber
KPÖ-Bundesvorstand
Öffentlichkeitsarbeit
 


Keine Antworten sind bis jetzt eingetroffen von:

  • Liste Sebastian Kurz –  die neue Volkspartei (ÖVP)