Büchereiverband Österreichs
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Antwort der ÖVP

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21.10.2017
Beste Aussichten: Ein Streifzug durch die aktuelle Kinder- und Jugendliteratur

Der Büchereiverband Österreichs (BVÖ) – als Dachverband der Öffentlichen Bibliotheken – fragt an,

  1. welche Überlegungen Ihrer Partei es für die neue Legislaturperiode gibt, um die augenscheinlichen Defizite und Mängel zu beheben und österreichische Öffentliche Bibliotheken auf europäisches Niveau heranzuführen?
  2. welche Maßnahmen Ihre Partei ergreifen wird, um die augenscheinlichen Unterschiede im Büchereiwesen der Bundesländer zu beheben?
  3. ob Ihre Partei ein Bibliotheksgesetz in der neuen Legislaturperiode anstrebt?
  4. ob Ihre Partei eine Erhöhung der Bundesmittel für die Öffentlichen Bibliotheken plant und betreiben wird?
  5. ob Ihre Partei in Brüssel für ein modernes, präzises Urheberrecht eintreten wird, welches den Bibliotheken erlaubt – wie bei gedruckten Büchern – uneingeschränkt E-Books zu kaufen, zu verleihen und dafür den AutorInnen eine angemessene Vergütung zu erstatten?
  6. ob Ihre Partei den Aufbau einer Österreichischen E-Book-Library vorantreiben wird?
  7. ob sich Ihre Partei für eine moderne, dem Bologna-Prozess entsprechende Ausbildung für Bibliothekarinnen und Bibliothekare an Öffentlichen Büchereien einsetzen wird?

 

ad 1-7) Öffentliche Bibliotheken sind Zentren für Bildung und Kultur. Sie bieten eine flächendeckende Versorgung mit Literatur sowie freien Zugang zu Information und neuen Medien. Wir wollen, dass diese Leistung den Österreicherinnen und Österreichern auch in Zukunft zur Verfügung steht. Daher ist es der ÖVP ein Anliegen, diese Einrichtungen finanziell, aber auch mithilfe konkreter Maßnahmen zu fördern und in Hinblick auf die Zukunft zu stärken.
Schon 2010 wurden die Förderungen des Öffentlichen Büchereiwesens auf neue Beine gestellt. Mit der Erhöhung der finanziellen Mittel und der Zielstandards zur Weiterentwicklung Öffentlicher Bibliotheken konnte bereits damals ein wesentlicher Punkt des Regierungsprogramms umgesetzt werden.
Im März 2011 wurde im Parlament ein 5-Parteienantrag beschlossen, der Bundesministerin Schmied aufforderte, für eine flächendeckende Versorgung mit Literatur und Informationen in Österreich zu sorgen und hierfür einen Masterplan vorzulegen. Dieser wurde im Mai 2013 im Rahmen des Kulturausschusses präsentiert und eingehend diskutiert.
Der Schlussbericht der „Arbeitsgruppe Bücherei-Entwicklungsplan“ soll aus unserer Sicht in der nächsten Legislaturperiode eingehend thematisiert werden und eine fundierte Basis für die Weiterentwicklung des Öffentlichen Büchereiwesens in Österreich darstellen. Der ÖVP ist es ein zentrales Anliegen, dass die heimischen Büchereien auf einem soliden Fundament stehen. Die Bandbreite reicht von der Anzahl und Ausstattung einzelner Einrichtungen, über ihre Beschäftigten vor Ort bis hin zur Reichweite der einzelnen Büchereien. Daher ist es auch zentral, auf Basis der Empfehlungen des vor dem Sommer vorgestellten Masterplanes konkrete Vorschläge und Maßnahmen zu entwickeln, die das Büchereiennetz in Österreich nachhaltig stärken.
Natürlich bedarf es weiterer Anstrengungen auf diesem Gebiet, um das Österreichische Büchereiwesen stetig weiterzuentwickeln und an seine neuen Herausforderungen anzupassen. Daher werden wir uns auch weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass Öffentlichen Bibliotheken ausreichende Förderungen und sinnvolle Rahmenbedingungen erhalten.
Ein Thema, das gerade in den letzten Monaten zunehmend ins Blickfeld einer breiten Öffentlichkeit geraten ist, ist der Schutz des geistigen Eigentums. Die von der ÖVP initiierte Enquete „Schutz des geistigen Eigentums“ hat diese Thematik auf einer breiten Ebene diskutiert und darüber hinaus einen sachlichen Beitrag zur Modernisierung des Urheberrechts geleistet.
Die digitale Revolution der neuen Medien hat zu unzähligen neuen Zugängen zu geschützten Inhalten geführt. Das Urheberrecht in seiner jetzigen Form kann mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten. Es stellt eine wichtige Herausforderung für die kommende Legislaturperiode dar, eine Novelle des Urheberrechts zu realisieren, die zu einem fairen Interessensausgleich zwischen den Nutzern und den Urhebern geistigen Eigentums beiträgt. Dass auch E-Books in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen werden, ist uns durchaus bewusst. Gerade in Bezug auf die Einrichtung einer E-Book-Library bedarf es eingehender Diskussionen und Gespräche mit allen Beteiligten, Experten und Stakeholdern, um auf Basis ausgewogener Beratungen geeignete Schritte setzen zu können.
Ich darf Ihnen versichern, dass ich Ihre Anliegen sehr ernst nehme und mich auch in der kommenden Gesetzgebungsperiode für die Kunst und Kultur im Allgemeinen und die Interessen der einzelnen Vertreter im Besonderen einsetzen werde. Daher darf ich Sie bereits jetzt einladen, in der kommenden Legislaturperiode gemeinsam an einer Weiterentwicklung des öffentlichen Büchereiennetztes zu arbeiten und bedanke mich an dieser Stelle auch für Ihr Engagement in der bisherigen Legislaturperiode.