Büchereiverband Österreichs
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Antwort der Grünen

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23.05.2017
Perlen sammeln: Neue Belletristik im Fokus

Der Büchereiverband Österreichs (BVÖ) – als Dachverband der Öffentlichen Bibliotheken – fragt an,

  1. welche Überlegungen Ihrer Partei es für die neue Legislaturperiode gibt, um die augenscheinlichen Defizite und Mängel zu beheben und österreichische Öffentliche Bibliotheken auf europäisches Niveau heranzuführen?
  2. welche Maßnahmen Ihre Partei ergreifen wird, um die augenscheinlichen Unterschiede im Büchereiwesen der Bundesländer zu beheben?
  3. ob Ihre Partei ein Bibliotheksgesetz in der neuen Legislaturperiode anstrebt?
  4. ob Ihre Partei eine Erhöhung der Bundesmittel für die Öffentlichen Bibliotheken plant und betreiben wird?
  5. ob Ihre Partei in Brüssel für ein modernes, präzises Urheberrecht eintreten wird, welches den Bibliotheken erlaubt – wie bei gedruckten Büchern – uneingeschränkt E-Books zu kaufen, zu verleihen und dafür den AutorInnen eine angemessene Vergütung zu erstatten?
  6. ob Ihre Partei den Aufbau einer Österreichischen E-Book-Library vorantreiben wird?
  7. ob sich Ihre Partei für eine moderne, dem Bologna-Prozess entsprechende Ausbildung für Bibliothekarinnen und Bibliothekare an Öffentlichen Büchereien einsetzen wird?

 

ad 1) Die Grünen fordern seit Jahren ein modernes Bibliothekengesetz für Österreich und haben dazu in der ablaufenden Legislaturperiode auch einen Entschließungsantrag eingebracht (1416 A/(E)), der von den Regierungsfraktionen allerdings abgelehnt wurde. Dieses Gesetz soll selbstverständlich dazu dienen, das Niveau und die Dichte des österreichischen Bibliothekswesens zu erhöhen.
ad 2) Wir benötigen ein Gesetz, das zumindest die Verankerung, die mediale Ausstattung, die Größe und den Personalbedarf Öffentlicher Bibliotheken regelt. Weiters muss in die Ausbildung von BibliothekarInnen investiert werden.
ad 3) Ja. Die Grünen sind der Ansicht, dass der vom BMUKK präsentierte „Masterplan Bibliotheken“ viel zu kurz greift. Wir brauchen massive strukturelle Reformen.
ad 4) Ja. Ein Bibliothekengesetz muss mit der Erhöhung der Ressourcen einhergehen, sonst bleibt es zahn- und wirkungslos.
ad 5) Ja. Im Rahmen der Reform des Urheberrechts wird der Bereich Bibliotheken/E-Books eine große Rolle spielen. Die Grünen treten jedenfalls dafür ein, die UrheberInnen adäquat zu vergüten und den BenutzerInnen niederschwelligen Zugang zu den Werken zu ermöglichen.
ad 6) Im Prinzip ja. Die E-Book-Library ist eine der interessanteren kulturpolitischen Forderungen der SPÖ. Die Grünen werden sich an dem hoffentlich bald einsetzenden intensiven Diskussionsprozess konstruktiv beteiligen.
ad 7) Ja. Eine Verbesserung der Ausbildung und der Ausbildungsangebote für BibliothekarInnen ist ein wichtiger Punkt im von den Grünen vorgeschlagenen Bibliothekengesetz.