Büchereiverband Österreichs
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Mitgliederbefragung

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21.10.2017
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Bestätigung und Auftrag

Von April bis Mai 2017 führte der Büchereiverband Österreichs seine erste Mitgliederbefragung durch. Abgefragt wurde das Arbeitsspektrum des BVÖ, nun liegen die Ergebnisse vor.

Von Christian Jahl

Beteiligung

262 Bibliotheksteams beziehungsweise Bibliotheken haben an der ersten Mitgliederbefragung in der Geschichte des Büchereiverbandes Österreichs teilgenommen. Dies entspricht einer Beteiligung von 12 % der Mitgliedsbibliotheken, wobei es eine Schwankungsbreite von 18 % in Vorarlberg und 6 % in Wien gibt. Für die erste Mitgliederbefragung ist dieser Wert recht ordentlich, eine Steigerung der Beteiligung bei künftigen Befragungen ist aber wünschenswert.

 

Gesamtbeurteilung

Bei der Frage „Wie beurteilen Sie die Arbeit des Büchereiverbandes Österreichs insgesamt auf einer Skala von 1 bis 10?“ gab es mit 8,38 eine Gesamtbewertung der Verbandsarbeit, die große Freude bereitet, aber auch Auftrag für die künftige Arbeit ist.

 

Aufgaben

Bei den einzelnen Aufgaben des Büchereiverbandes, die abgefragt wurden, sollte die Wichtigkeit der Aufgaben und die Zufriedenheit mit der Erfüllung der Aufgaben durch den BVÖ beurteilt werden.

Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache – der BVÖ wird als Servicestelle, die Ausbildung und Fortbildung organisiert, die die Büchereien bei Aktionen für die Leseförderung unterstützt, hochgeschätzt. Als Interessensvertreter gegenüber politischen Entscheidungsträgern, eine Aufgabe, die auch als wichtig gesehen wird, hat der BVÖ aus der Sicht der teilnehmenden Mitgliedsbibliotheken noch Defizite. Nur 38 % der Befragten sind mit der Lobbyingarbeit des Büchereiverbandes „sehr zufrieden“. Hier gibt es Verbesserungs- beziehungsweise Informationsbedarf. Die Rolle des Büchereiverbandes als „Koordinations- und Abwicklungsstelle“ für die Verteilung von Fördermitteln des Bundes wird ebenfalls nicht gut bewertet: Schaut man sich die Meinungen aus den Freitextfeldern zu diesem Punkt an, dann sind es zwei Dinge , die auffallen – eine Frustration von kleinen Büchereien, die die Förderstandards nicht erreichen, und eine Unzufriedenheit mit den derzeitigen Rahmenbedingungen bei der Netzwerkförderung. Auch bezüglich Wichtigkeit der Vertretung der Büchereien in nationalen und internationalen Fachgremien gibt es Informationsbedarf, diese Arbeit ist fern vom Büchereialltag der meisten Mitgliedsbüchereien, hat aber zum Teil enormen Einfluss auf ebendiese Arbeit (zum Beispiel: Urheberrechtsfragen benötigen Lobbying auf europäischer Ebene).

 

Schwerpunkt Kommunikation

Hier gibt es klare Antworten der Mitgliedsbibliotheken: Die BVÖ-Website und die „Büchereiperspektiven“ sind die wichtigsten Informationsquellen unserer Kolleginnen und Kollegen, beide Angebote werden auch ausgesprochen positiv beurteilt (mit 90 % beziehungsweise 94 % „sehr zufrieden/zufrieden“-Bewertungen). Auch die Projektwebsites erfreuen sich großer Zustimmung. Am anderen Ende des Spektrums finden wir BibMail, die Mailingliste des BVÖ, mit der nur 16 % der antwortenden Mitgliedsbibliotheken sehr zufrieden sind und zu der 42 % keine Angaben gemacht haben. Aus den Textfeldern erkennt man, dass die Inhalte nicht zufriedenstellen. Informationen über Veranstaltungen, die weit entfernt stattfinden, werden als nicht sinnvoll erachtet. Das Leseportal „wirlesen.org“ selbst wird wahrgenommen, Newsletter und Facebook-Auftritt interessieren weniger. Es wird nötig sein, die verschiedenen Informationskanäle des BVÖ genau zu betrachten und eine bessere Ausrichtung auf die Zielgruppen herbeizuführen.

48 % finden es wichtig, an der Arbeit des BVÖ durch Anregungen/Feedback mitzuwirken, 53 % finden dazu auch genug Möglichkeiten. Als Themen für weitere Informationsservices wurden unter anderem Autorinnen/Autoren, Lesungen, Infos über Büchereien gleicher Größenordnung und ein Online-Leitfaden für Katalogisierung genannt.

 

Freie Antworten

Bei den Freitextfeldern gab es eine große Vielfalt an Antworten, dies zeigt auch, dass die Mitgliederbefragung sehr ernst genommen wurde und wie heterogen die österreichische Büchereilandschaft ist. Klagen darüber, dass nur über „die großen Bibliotheken“ berichtet wird, sind ebenso zu finden wie Befürchtungen darüber, dass hauptamtliche Stellen durch das Ehrenamt verdrängt werden. Wir haben alle diese Anmerkungen gelesen und nehmen sie in unsere Arbeit mit.

 

Fazit

Die Mitgliederbefragung hat viele Informationen für die Arbeit des Büchereiverbandes gebracht und sie stärkt dem Verband den Rücken für die Arbeit für die Mitgliedsbibliotheken.

Sie motiviert, in dieser Arbeit noch besser zu werden, speziell dort, wo es Kritik gab und wo Defizite durch die beantwortenden Bibliotheken geortet wurden.

Sie freut uns aufgrund des vielen positiven Feedbacks für das Team des Büchereiverbandes.

Mein Dank gilt der AG Mitgliederbefragung Christina Krenmayr, Heike Merschitzka, Katharina Pree und Martin Stieber und der IT-Abteilung des BVÖ, die diese Befragung hervorragend betreut hat.

Mein besonderer Dank gilt allen Bibliotheksteams und Bibliotheken, die an der Befragung teilgenommen haben und sich so aktiv in die Arbeit des Büchereiverbandes eingebracht haben.