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FAQs Bildrechte und Mediencover

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21.10.2017
Beste Aussichten: Ein Streifzug durch die aktuelle Kinder- und Jugendliteratur

Was regelt das Urheberrecht?

Was regelt das Verwertungsrecht?

Was ist der Fotocredit?

Was bedeutet Bildnisschutz?

Unter welchen Voraussetzungen dürfen Bilder von Veranstaltungen online gestellt werden?

Unter welchen Bedingungen dürfen Fotos von Kindern veröffentlicht werden?

Was muss beachtet werden, wenn die Bibliothek Fotos auf Social Media Plattformen verwenden möchte?

Dürfen YouTube-Videos in die eigene Website eingebunden werden?

Was bedeutet Creative Commons und was ist eine Creative Commons (CC) Lizenz?

Was sind Bildagenturen?

Was bedeutet kommerzielle/nicht kommerzielle Verwendung von Bildern?

Wie gehe ich vor, wenn ich ein Mediencover (z.B. für Buchvorstellung, Rezension, Veranstaltungsankündigung) online oder gedruckt verwenden möchte?

Wie gehe ich vor, wenn ich ein Autorenporträt (z.B. für Veranstaltungsankündigung) online oder gedruckt verwenden möchte?

Was droht der Bibliothek im schlimmsten Fall bei einer Urheberrechtsverletzung?

In welcher Form dürfen Mediencover in Bibliothekskatalogen verwendet werden?

 

Was regelt das Urheberrecht?

Der Urheber ist der Schöpfer eines Werkes. Das Urheberrecht regelt dessen Rechte. Eine Eintragung oder Kennzeichnung ist für den Urheberrechtsschutz nicht erforderlich. Der Urheber verfügt automatisch über Verwertungsrechte an seinen Bildern.

 

Was regelt das Verwertungsrecht?

Verwertungsrechte beinhalten die Veröffentlichung, Vervielfältigung, Verbreitung (Senden), das Vortragen bzw. Aufführung eines Sprachwerks, das Ausstellen eines Bildes und die öffentliche Zurverfügungstellung (beispielsweise im Internet). Auch die Bearbeitung und Übersetzung eines Werks bedarf der Zustimmung des Urhebers. Der Urheber kann seine Verwertungsrechte mit anderen teilen oder gänzlich abtreten. Dies kann unentgeltlich oder entgeltlich erfolgen – Verwertungsrecht bedeutet also nicht, dass zwingend Geld fließen muss.

Verwertungsrechte können räumlich, zeitlich und sachlich beschränkt oder unbeschränkt eingeräumt werden, exklusiv oder nicht exklusiv sein. Wenn Verwertungsrechte eingeräumt werden, kann dies mit oder ohne Bearbeitungsrecht sowie mit oder ohne Weiter- bzw. Unterlizenzierung geschehen (letzteres ist wichtig, wenn man ein Bild für Social Media nutzen will. Siehe auch Fotos auf Social Media Plattformen). 

Wenn Sie die Verwertungsrechte an einem Foto erwerben möchten, überlegen Sie vorab genau, auf welche Art das Foto verwendet werden soll und halten Sie die angesprochenen Punkte vertraglich fest. Achtung: Im Urheberrecht gilt der Grundsatz, dass im Zweifel (noch dazu bei Unentgeltlichkeit) immer davon auszugehen ist, dass der Urheber eher weniger als mehr Rechte hergibt.

 

Was ist der Fotocredit?

Der Fotocredit ist die Bezeichnung eines Fotos mit dem Namen des Urhebers/Herstellers. Dieser entscheidet, ob und in welcher Form die Urheberbezeichnung zu erfolgen hat. Der Fotocredit ist beim Bild in einer eindeutig zuordenbaren Form anzuführen. Bitte beachten Sie, dass die Mouse-Over Funktion nur dann ausreicht, wenn der Urheber ausdrücklich zustimmt (Über mobile Geräte ist der Fotocredit mittels Mouse-Over nicht sichtbar). Hier sollte also auch im Zweifel mit dem Urheber genau abgeklärt werden, wie die Urheberbezeichnung zu erfolgen hat.

 

Was bedeutet Bildnisschutz?

Der Bildnisschutz wird auch „Recht am eigenen Bild“ genannt, was bereits eine sehr gute Erklärung abliefert, wobei hier sowohl Standbilder (also Fotos) als auch Laufbilder (also Videos) erfasst sind. Fotos von Personen(gruppen) dürfen nicht veröffentlicht werden, wenn dadurch die Interessen der Abgebildeten verletzt werden (z.B. Aufnahmen von Personen in herabwürdigenden Situationen, Werbezwecke). Siehe auch Bilder von Veranstaltungen.

Besonders sensibel sind Fotos von Kindern zu behandeln (siehe auch Fotos von Kindern).

 

Unter welchen Voraussetzungen dürfen Bilder von Veranstaltungen online gestellt werden?

Sofern die Fotos zur Dokumentation einer öffentlich zugänglichen Veranstaltung dienen, dürfen diese veröffentlicht werden. Die Bilder dürfen jedoch die Interessen der abgebildeten Personen nicht verletzen und nicht zu kommerziellen Werbezwecken verwendet werden (siehe auch Bildnisschutz). Wenn Sie bei Veranstaltungen fotografieren und die Bilder veröffentlichen möchten, ist es – um Konflikten vorzubeugen – ratsam, vor Beginn der Veranstaltung schriftlich oder mündlich darauf hinzuweisen.

 

Unter welchen Bedingungen dürfen Fotos von Kindern veröffentlicht werden?

Bei Kindern unter 14 Jahren ist es notwendig, dass die Erziehungsberichtigten ihre Zustimmung zu Bildaufnahmen und Veröffentlichung geben. Es ist empfehlenswert, dass Sie auch die Kinder um Erlaubnis fragen, bevor Sie diese fotografieren.

Ab 14 Jahren sind Kinder mündige Minderjährige, das heißt, dass sie selbst entscheiden dürfen, ob sie den Bildaufnahmen samt Veröffentlichung zustimmen. Man kann davon ausgehen, dass sie sich der Tragweite ihrer Entscheidungen bereits bewusst sind.

 

Was muss beachtet werden, wenn die Bibliothek Fotos auf Social Media Plattformen verwenden möchte?

Bei der Verwendung von Fotos im Social Media Bereich ist besonders mit Bedacht vorzugehen. Bei zahlreichen Plattformen wie Facebook, Twitter oder YouTube erfolgt durch das Posten/Hochladen eines Bildes/Videos die Übertragung der Nutzungsrechte an die Plattformbetreiber. Vergewissern Sie sich deshalb, ob Sie das Recht haben, die Nutzungsrechte an einem Bild, einem Plakat oder ähnlichem weiterzugeben. Das Recht, ein Werk selbst zu nutzen, beinhaltet nicht das Recht zur Weitergabe von Nutzungsrechten an Dritte.

 

Dürfen YouTube-Videos in die eigene Website eingebunden werden?

Die Einbettung eines Videos als Link stellt kein Problem dar. Möchte man ein Video auf die eigene Website hochladen, muss der Nutzungsrechteinhaber zustimmen. Erklärung: Ist das Video nur als Link eingebettet und wird von der verlinkten Website gelöscht, ist es auch auf der eigenen Website nicht mehr verfügbar. Wenn das Video auf die eigene Website hochgeladen wird, ist dem nicht so.

 

Was bedeutet Creative Commons und was ist eine Creative Commons (CC) Lizenz?

Creative Commons ist eine Organisation, die sich mit Lizenzen zur entgeltfreien Nutzung von Werken verschiedenster Art, darunter auch Fotos, befasst. CC-lizenzierte Bilder dürfen unter der Einhaltung bestimmter Lizenzbedingungen (Namensnennung, Bearbeitungsverbot, nur für nicht-kommerzielle Zwecke u.a.) entgeltfrei verwendet werden. Achtung: Ein Verstoß gegen nur eine einzige Lizenzbedingung bewirkt, dass die gesamte Verwertung eines Bildes eine Verletzung des Urheberrechts begründet. Entgeltfreie Bilder sind über verschiedene Plattformen zu finden. Bitte schauen Sie bei jedem einzelnen Bild genau, welche Nutzungsbedingungen gelten, da es verschiedene Arten von Lizenzen gibt (es macht einen Unterschied, ob ein Bild geteilt oder auch bearbeitet werden darf).

 

Was sind Bildagenturen?

Bildagenturen sind Unternehmen, die Verwertungsrechte von Fotografen erwerben und die Bilder weiterverkaufen (z.B. APA Picturedesk, Fotolia, Shutterstock). Beachten Sie bitte die jeweiligen Nutzungsbedingungen des Anbieters. Auch hier gilt: Der Vorstoß gegen eine einzige Lizenzbedingung bewirkt, dass die gesamte Verwertung eines Bildes eine Verletzung des Urheberrechts begründet.

 

Was bedeutet kommerzielle/nicht kommerzielle Verwendung von Bildern?

Manche Bilder sind nur für nicht kommerzielle Zwecke frei verwendbar. Kommerzielle Nutzung bedeutet, dass in erster Linie ein finanzieller Vorteil erzielt wird. Wenn Sie beispielsweise ein Bild zur Bewerbung einer Veranstaltungen verwenden, bei denen Eintrittsgelder eingenommen werden, die die Ausgaben übersteigen, liegt eine kommerzielle Verwendung vor. Es ist folglich vom konkreten Vorhaben abhängig, ob man von kommerzieller oder nicht kommerzieller Verwendung spricht. Im Zweifel ist von einer kommerziellen Nutzung auszugehen, daher sollten in Zweifelsfällen nur Bilder verwendet werden, die auch kommerziell genützt werden dürfen.

 

Wie gehe ich vor, wenn ich ein Mediencover (z.B. für Buchvorstellung, Rezension, Veranstaltungsankündigung) online oder gedruckt verwenden möchte?

Zahlreiche Verlage bieten Cover ihrer Bücher/Medien für Pressezwecke, Buchbesprechungen etc. zum freien Download auf der Website an. Wenn das Cover unter den vom Verlag beschriebenen Rahmenbedingungen (auch das sind Lizenzbestimmungen) verwendet wird, ist eine freie Nutzung möglich. Für alle anderen Zwecke sollte eine schriftliche Genehmigung, die die konkrete Verwendung benennt, vom Verlag eingeholt werden.

Auch wenn Sie ein Cover in einem anderen Setting selbst abfotografieren (z.B. auf einem Tisch, mit anderen Büchern) kann das Einholen einer Verlagsgenehmigung ratsam sein.

 

Wie gehe ich vor, wenn ich ein Autorenporträt (z.B. für Veranstaltungsankündigung) online oder gedruckt verwenden möchte?

Wenn Sie ein Autorenporträt verwenden möchte, ist es notwendig, sich eine Genehmigung des Fotografen bzw. des Nutzungsrechteinhabers einzuholen. Solche Genehmigungen holen Sie am besten in Schriftform ein, um diese zu einem späteren Zeitpunkt auch belegen zu können. Bewahren Sie diese sorgfältig auf und bedenken Sie folgendes: Der Rechteinhaber kann seine Ansprüche 3 Jahre nach Bekanntwerden eines Verstoßes, insgesamt aber sogar 30 Jahre nach der unerlaubten Verwendung eines Bildes geltend machen.

 

Was droht der Bibliothek im schlimmsten Fall bei einer Urheberrechtsverletzung?

Urheber/Nutzungsrechteinhaber können die Unterlassung der Verwendung und die Entfernung des Bildes (Unterlassungs- und Beseitigungsanspruch) sowie ein angemessenes Entgelt verlangen, das sich nach Art und Dauer der Verwendung des betreffenden Bildes richtet. Darüber muss der Verletzer auch auf Verlangen des Berechtigten Auskunft geben. Dazu kommt eine Schadenersatzzahlung in der Höhe des Entgelts. Dazu kommen die mitunter nicht geringen Kosten des Einschreitens durch einen Rechtsanwalt; Kosten zwischen 500 und 1.000 Euro sind keine Seltenheit.

 

In welcher Form dürfen Mediencover in Bibliothekskatalogen verwendet werden?

In zahlreichen Bibliothekskatalogen ist es möglich, neben anderen Daten auch Mediencover einzubinden. Die Katalogssoftware greift üblicherweise auf buchhandel.de und Amazon zu. (Wenn Sie sich nicht sicher sind, welcher Anbieter eingespielt wird, kontaktieren Sie Ihren Softwareanbieter.) Buchhandel.de und Amazon erlauben die Nutzung der Buchcover, sofern eine Verlinkung auf deren Website erfolgt.

Die Cover werden als dynamischer Link eingefügt. Das Runterladen bzw. das Hochladen dieser Cover auf den eigenen Server ist nicht gestattet. Worin besteht der Unterschied zwischen einem verlinkten und einem hochgeladenen Cover? Wenn die Anbieter das Cover ändern oder löschen, hat das direkte Auswirkungen auf den Katalog. Wenn Sie das Cover runterladen und über den eigenen Server zur Verfügung stellen, bleibt das Cover unverändert.

 

Hier können Sie die Nutzungsvereinbarung von buchhandel.de und Amazon nachlesen:

 

Stand: September 2017. Diese Information ersetzt keine Rechtsberatung. Der BVÖ übernimmt keine Haftung in diesem Zusammenhang.

Anwaltliche Beratung durch: Maximilian Kralik, Rechtsanwalt und Kooperationspartner der Kanzlei Höhne, In der Maur & Partner Rechtsanwälte

Bei Fragen können Sie sich gern an Martina Stadler unter stadler@bvoe.at oder 01/4069722-25 wenden.