Büchereiverband Österreichs
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Bibliothekslandschaft der Bundesländer 2017

Das Büchereiwesen in den Bundesländern weist große Unterschiede auf. Der Handlungsspielraum ist davon abhängig, inwieweit sich (Stadt-)Gemeinden und sonstige Träger engagieren und das Land finanziell und fachlich fördert. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind dabei extrem und haben sich über die letzten Jahre nur geringfügig geändert. 

Mit der Büchereilandkarte bietet der BVÖ seit mehreren Jahren die Möglichkeit, die Situation der öffentlichen Bibliotheken in den Bundesländern und Bezirken miteinander zu vergleichen. (Zweigstellen und Sonderformen öffentlicher Bibliotheken werden nicht dargestellt.)

Der Versorgungsgrad gibt an, wie viel Prozent der Bevölkerung in ihrer Heimatgemeinde eine öffentliche Bibliothek vorfinden. Durch die steigende Einwohnerzahl in den Ballungsräumen und die Erhöhung der Abgabequote von Jahresmeldungen stieg der österreichweite Versorgungsgrad von 79,2 % auf 81,3 %.

Die Karte zur Versorgung bietet aber auch interessante Kennzahlen zu den Bundesländern:
Beim Anteil der BenutzerInnen an der Gesamtbevölkerung liegt klar Vorarlberg mit 18,8 % (vor Salzburg mit 12,4 % und Tirol mit 10,6 %) vorne. Am schwächsten schneidet hier Kärnten mit 4,5 % ab (vor Niederösterreich mit 5,8 %). Auch bei Entlehnungen pro EW (6,9) und Medien pro EW (2,2) liegt Vorarlberg vorne. Bei den Entlehnungen verweist Vorarlberg Salzburg (4,2) und Wien (3,5) auf die Plätze zwei und drei. Burgenland (1) und Kärnten (1,2) sind am unteren Ende der Skala zu finden. Bei den Medien kommen Salzburg (1,5) und Oberösterreich (1,4) Vorarlberg am nächsten. Wien (0,8) und das Burgenland (1) bieten die wenigsten Medien pro EW.

Die Zielerreichungskarte zeigt bundesweit, pro Bundesland und pro Bezirk den Prozentsatz, zu dem die Bibliotheken die Zielstandards des Bundes erfüllen. Der österreichweite Wert stieg geringfügig um 0,4 % und liegt nun bei 67,2 %.
Wenn man die einzelnen Gemeindegrößenkategorien laut Förderrichtlinien vergleicht, fällt auf, dass diese österreichweit ähnlich gut abschneiden (zwischen 60,9 % bei Kategorie 4 und 72,1 % bei Kategorie 6) – die Zielstandards sind also für alle Bibliotheken eine Herausforderung.
Die Bundesländer mit den höchsten Werten sind wiederum Vorarlberg (76,7 %), Salzburg (75,2 %) und Tirol (70 %). Am geringsten ist die Zielerfüllung im Burgenland (55,9 %) und in Niederösterreich (59,9 %).

In Bezug auf die Förderungsrichtlinien des Bundes zeigt sich ein sehr ähnliches Bild. In Bundesländern, in denen das Land die Bibliotheken stark fördert, erreichen auch mehr Bibliotheken die Kriterien.
In Vorarlberg werden 87,2 % der öffentlichen Bibliotheken gefördert. In Salzburg kommen 54,5 % in den Genuss einer zusätzlichen Förderung. In der Steiermark erhalten jedoch nur 15,6 %, im Burgenland 17,2 % und in Kärnten 20 % eine Förderung. Die reale Zahl der Bibliotheken, welche die Förderungsrichtlinien erfüllen, ist im letzten Jahr gestiegen. Über ganz Österreich ist der Schnitt leicht gefallen – die Richtlinien erfüllen nur mehr 30,1 %. Das Sinken hängt mit der größeren Anzahl an Jahresmeldungen zusammen.

Finanzmittel

Die Gesamtausgaben für öffentliche Büchereien stiegen 2018 um mehr als 6 %, hingegen stiegen die Ankaufsausgaben im Schnitt nur um 2,3 %. Positive Ausreißer sind Oberösterreich und Niederösterreich, wo das Ankaufsbudget um mehr als 4 % nach oben ging.
Die Gesamtaufwendungen pro EinwohnerIn für öffentliche Bibliotheken betragen in Österreich EUR 7,76. Am höchsten ist der Wert aufgrund des hohen Anteils an Hauptamtlichkeit in Wien (EUR 12,75).
Auch die Mittel für den Medienankauf schwanken zwischen 44 Cent pro EinwohnerIn in Kärnten und EUR 2,71 in Vorarlberg. Der Österreich-Durchschnitt liegt bei EUR 1,06.
Die Statistik der öffentlichen Bibliotheken Österreichs 2018 zeigt erneut, dass die unterschiedlichen Bedingungen für Bibliotheken kein einheitliches Bibliothekswesen mit sich bringen können.

Zahlen aller ÖB (inkl. Sonderbibliotheken) nach Bundesland

Bundesland

Bibliotheken

Medien

BenutzerInnen

Entlehnungen

BesucherInnen

ea. Mitarb.

nb. Mitarb.

hb. Mitarb.

Burgenland

67 299.974 20.456 298.728 124.168 242 14 9

Kärnten

53 658.303 26.375 650.696 274.511 122 45 35

Niederösterreich

257 1.748.090 102.702 2.190.462 1.048.654 1.537 98 90

Oberösterreich

330 2.138.259 142.871 4.310.981 1.984.582 2.970 109 108

Salzburg

113 904.566 70.719 2.320.735 916.344 488 44 68

Steiermark

202 1.567.852 111.996 2.744.568 1.227.085 1.003 122 119

Tirol

182 1.191.138 82.552 1.806.755 837.414 1.372 54 59

Vorarlberg

94 964.026 76.706 2.744.417 1.020.867 796 30 75

Wien

85 1.811.695 177.581 6.747.744 2.909.570 124 46 270

Summe Österreich

1383 11.283.903 811.958 23.815.086 10.343.195 8.654 562 833

Zahlen reiner ÖB (ohne Sonderbibliotheken) nach Bundesland

Bundesland

Bibliotheken

Medien

BenutzerInnen

Entlehnungen

BesucherInnen

ea. Mitarb.

nb. Mitarb.

hb. Mitarb.

Burgenland 65 284.667 19.474 285.178 120.067 240 14 8
Kärnten 51 600.909 25.209 647.720 272.774 121 45 33
Niederösterreich 248 1.711.544 96.992 2.180.619 1.038.887 1.508 89 90
Oberösterreich 308 2.068.062 134.190 4.261.381 1.950.441 2.924 81 104
Salzburg 103 846.159 68.571 2.311.556 908.656 478 39 65
Steiermark 181 1.503.536 107.551 2.710.493 1.203.786 966 96 115
Tirol 166 1.022.498 79.361 1.795.926 820.509 1.334 40 57
Vorarlberg 81 875.285 73.810 2.706.919 1.003.996 738 21 72
Wien 48 1.510.498 171.768 6.654.738 2.885.570 61 30 252
Österreich 1.251 10.423.158 776.926 23.554.530 10.204.686 8.370 455 796

 

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