Büchereiverband Österreichs
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Bibliothekslandschaft der Bundesländer 2015

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27.02.2017
Lehrgang 127/2 (bes. geeignet f. TN d. Reg. Einf.)

Bedingt durch das Fehlen gesetzlicher Regelungen weist das Büchereiwesen in den Bundesländern große Unterschiede auf. Infolge fehlender überregionaler Koordination ist der Handlungsspielraum Öffentlicher Büchereien davon abhängig, inwieweit sich (Stadt-)Gemeinden und sonstige Träger engagieren und das Land finanziell und fachlich fördert. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind dabei extrem und haben sich über die letzten Jahre nur geringfügig geändert.

Mit der Büchereilandkarte bietet der BVÖ seit mehreren Jahren die Möglichkeit, die Situation der Bibliotheken in den Bundesländern und Bezirken miteinander zu vergleichen. (In der Büchereilandkarte werden Zweigstellen und Sonderformen Öffentlicher Bibliotheken nicht dargestellt.)

Der Versorgungsgrad gibt an, wie viel Prozent der Bevölkerung in ihrer Heimatgemeinde eine Öffentliche Bibliothek vorfinden. Der leichte Anstieg des österreichweiten Versorgungsgrades von 79,3 % auf 80,7 % ist vor allem auf die Gemeindezusammenlegungen in der Steiermark zurückzuführen.Versorgungsgrad nach Bezirken

Die Karte zur Versorgung bietet aber auch interessante Kennzahlen zu den Bundesländern:
Beim Anteil der BenutzerInnen an der Gesamtbevölkerung liegt klar Vorarlberg mit 18,1 % (vor Salzburg und Tirol) vorne. Am schwächsten schneidet hier Kärnten mit 4,9 % ab. Auch bei Entlehnungen pro EW (7,18) und Medien pro EW (2,22) liegt Vorarlberg vorne. Bei den Entlehnungen verweist es Salzburg (4,44) und Wien (3,39) auf die Plätze. Burgenland (0,87) und Kärnten (1,14) sind am unteren Ende zu finden. Bei den Medien kommen Salzburg (1,49) und Oberösterreich (1,41) Vorarlberg am nächsten. Wien (0,87) und Niederösterreich (1,01) bieten am wenigsten Medien pro EW.

Die Zielerreichungskarte zeigt bundesweit, pro Bundesland und pro Bezirk den Prozentsatz, zu dem die Bibliotheken die Zielstandards des Bundes erfüllen.
Der österreichweite Wert nahm erstmalig um circa 1 % auf 66,5 % ab.

Wenn man die einzelnen Gemeindegrößenkategorien vergleicht, fällt auf, dass diese österreichweit ähnlich gut abschneiden (zwischen 60,9 % bei der Kategorie 4 und 70,9 % bei der Kategorie 6) – die Zielstandards sind also für alle Bibliotheken eine Herausforderung.

Die Bundesländer mit den höchsten Werten sind wiederum Vorarlberg (76,3 %), Salzburg (75,0 %) und Oberösterreich (69,5 %). Am geringsten ist die Zielerfüllung im Burgenland (57,3 %) und in Kärnten (58,0 %).

In Bezug auf die Förderungsrichtlinien des Bundes zeigt sich ein sehr ähnliches Bild. In Bundesländern, wo das Land die Bibliotheken stark fördert, erreichen auch mehr Bibliotheken die Kriterien.

In Vorarlberg sind dies 76,5 % (Anstieg im Vergleich zu 2014 um mehr als 3 %) der Öffentlichen Bibliotheken! In Salzburg kommen 51,0 % in den Genuss einer zusätzlichen Förderung. Im Burgenland nur 10,5 % (Anstieg um mehr als 2 %) und in der Steiermark 12,8 %.

Finanzmittel

Während die Gesamtausgaben für Öffentliche Büchereien erfreulicherweise 2014 um 1,9 % gestiegen sind, liegen die Ankaufsausgaben mit einem Plus von 0,5 % neuerlich unter der Inflationsrate von 0,9 %.
Die Gesamtaufwendungen pro EinwohnerIn für Öffentliche Bibliotheken betragen in Österreich EUR 7,13. In den Bundesländern gibt es große Unterschiede, auch was die Subventionierung betrifft.

Auch die Mittel für den Medienankauf schwanken zwischen 43 Cent pro EinwohnerIn in Kärnten und EUR 2,70 in Vorarlberg. Der Österreich-Durchschnitt liegt bei EUR 1,01.

Die Statistik der Öffentlichen Bibliotheken Österreichs 2015 zeigt erneut, dass die Nutzung der Bibliotheksangebote weiter steigt, aber die unterschiedlichen strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen von keinem einheitlichen Bibliothekswesen sprechen lassen.

Zahlen aller ÖBs (inkl. Sonderbibliotheken) nach Bundesland

Bundesland

Bibliotheken

Medien

BenutzerInnen

Entlehnungen

BesucherInnen

ea. Mitarb.

nb. Mitarb.

hb. Mitarb.

Burgenland

79 333.019 19.567 261.771 128.433 245 19 10

Kärnten

61 597.762 27.883 642.555 270.904 107 47 32

Niederösterreich

255 1.685.703 108.213 2.066.679 1.108.745 1.387 82 90

Oberösterreich

323 2.100.902 150.579 4.210.742 1.949.496 2.715 108 118

Salzburg

114

824.461 78.085 2.395.022 960.276 484 54 64

Steiermark

213 1.502.626 102.291 2.581.035 1.191.564 952 119 118

Tirol

180 1.164.816 81.960 1.812.042 827.023 1.284 50 43

Vorarlberg

98 1.008.862 70.655 2.750.814 1.028.466 776 31 71

Wien

96 1.827.551 185.004 6.168.318 2.727.276 141 61 283

Summe Österreich

1419 11.045.702 824.237 22.888.978 10.192.183 8.091 571

829

Zahlen reiner ÖBs (ohne Sonderbibliotheken) nach Bundesland

Bundesland

Bibliotheken

Medien

BenutzerInnen

Entlehnungen

BesucherInnen

ea. Mitarb.

nb. Mitarb.

hb. Mitarb.

Burgenland 77 319.737 18.711 250.932 123.191 244 19 8
Kärnten 57 587.638 27.189 636.447 270.305 100 44 32
Niederösterreich 248 1.657.053 106.623 2.054.274 1.106.459 1.360 76 90
Oberösterreich 299 2.024.881 139.010 4.161.586 1.910.056 2.671 74 114
Salzburg 106 802.590 75.293 2.390.000 935.714 468 49 63
Steiermark 191 1.430.844 95.922 2.554.737 1.168.642 908 95 114
Tirol 163 963.667 78.058 1.807.844 806.932 1.259 36 42
Vorarlberg 84 839.284 68.558 2.717.330 1.007.335 728 22 67
Wien 53 1.567.260 173.284 6.099.392 2.665.163 56 47 266
Österreich 1.278 10.192.954 782.648 22.672.542 9.993.797 7.794 462 796