Büchereiverband Österreichs
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Statistik öffentlicher Bibliotheken in Österreich 2017

Die Österreichische Büchereistatistik 2017 zeichnet sich durch die niedrigste Anzahl der Bibliotheksstandorte aber auch den höchsten Stand der Besuche seit Beginn der Aufzeichnungen aus.  Nach fünf Jahren, in denen die NutzerInnenzahl stetig gesunken ist, stieg sie 2017 um 1,2 % – am stärksten in Tirol und der Steiermark. Ein Teil dieses Anstiegs resultiert aus der stärkeren Nutzung von E-Medien-Verbünden, deren Zahlen mitgerechnet werden.
Bemerkenswert ist die neuerliche Steigerung bei der Zahl der Veranstaltungen um 5,1 %, das vor allem von Gruppenbesuchen und Kinderveranstaltungen herrührt.
Der Büchereiverband sammelt die Statistikzahlen aller 1.273 öffentlichen Bibliotheken und ihrer 74 Zweigstellen. Von diesen haben 87,5 % (ein Plus von 0,9 %) eine Jahresmeldung abgegeben. Von den 215 Sonderbibliotheken (mit 3 Zweigstellen) haben nur 60,1 % Zahlen geliefert. Trotz einer prozentuellen Steigerung der Abgaben sind weniger Standorte verzeichnet: 2017 wurden 30 Standorte geschlossen und nur 11 eröffnet.

Konsolidieren auf niedrigem Abgabe-Niveau
Mit 10.859.722 Medien standen den BenutzerInnen in den erfassten öffentlichen Bibliotheken um 1,5 % mehr als 2016 zur Verfügung. Bei den Entlehnungen verzeichneten die öffentlichen Bibliotheken mit 22.843.813 ein Minus von 0,1 % im Vergleich zum Vorjahr.
44,3 % der Bibliotheken konnten die Zahl ihrer BenutzerInnen steigern, bei 12,9 % blieb sie gleich, 42,8 % verzeichneten einen Rückgang. Insgesamt wurde erstmals seit Jahren ein leichter Anstieg um 1,2 % (vom Vorjahreswert) festgestellt – die BenutzerInnen entsprechen somit 9,05 % der Gesamtbevölkerung. Die 794.153 BenutzerInnen nutzen die Services der Bibliotheken jedoch ähnlich intensiv wie in den Vorjahren – Entlehnungen und Besuche pro BenutzerIn stiegen an. Die Zahl der Besuche stieg nach dem kurzen Einbruch 2016 wieder (2,8 %).
Die starke Nutzung der Angebote sieht man in den Zahlen zur Veranstaltungstätigkeit, die 2017 um 5,1 % angestiegen ist. Das entspricht 45.588 Büchereiveranstaltungen mit 1.141.539 TeilnehmerInnen. Auf die einzelnen Bibliotheken gerechnet sind es 35 Veranstaltungen pro Bibliothek im Gegensatz zu 33 im Vorjahr. Einen hohen Anteil an den Veranstaltungen haben Gruppenführungen: Sie machen mit 26.787 mehr als die Hälfte der Veranstaltungen aus und sind ein Zeichen für die aktive Zusammenarbeit der Büchereien mit Kindergärten und Schulen zur Leseförderung.
Bei der Zahl der MitarbeiterInnen gibt es nach dem Sinken 2016 wieder einen leichten Anstieg (0,7 %).

Die Bibliothek ist weiblich
Die Aufschlüsselung der BenutzerInnen nach Alter ergibt folgende Verteilung: 34,6 % Kinder, 8,5 % Jugendliche und 55,8 % Erwachsene (1,1 % entfallen auf Institutionen). Betrachtet man die Geschlechterverteilung bei den MitarbeiterInnen wie auch bei den LeserInnen, zeigt sich das Ergebnis wie vermutet: Die öffentlichen Büchereien sind weiblich. 87,4 % Frauen und 12,6 % Männer arbeiten in den Bibliotheken.
Von allen BenutzerInnen sind 65,2 % weiblichen und 34,8 % männlichen Geschlechts. Die weibliche Dominanz wächst deutlich mit dem Alter: Gibt es bei den Kindern bis 14 noch 46,2 % Buben und 53,8 % Mädchen, verschiebt sich das Verhältnis bei den Jugendlichen zu 37 % männlichen und 63 % weiblichen BenutzerInnen. Und bei den erwachsenen BenutzerInnen stehen nur mehr 27,3 % Männer 72,7 % Frauen gegenüber.

 

Bibliotheksart

Bibliotheken

Medien

BenutzerInnen

Entlehnungen

BesucherInnen

ea. Mitarb.

nb. Mitarb.

hb. Mitarb

Öffentliche Bibliotheken (ÖB) 979 8.961.055 688.922 21.004.500 9.218.325 6.798 289 726
Zweigstellen 67              

ÖB und SB kombiniert

125 1.039.676 65.848 1.584.003 957.150 865 100 46
Zweigstellen 7              

Sonderformen ÖB

129 858.991 39.383 255.310 150.191 309 100 37
Zweigstellen 2              

Summe öffentliche Bibliotheken

1.309 10.859.722 794.153 22.843.813 10.325.666 7.972 489 809

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