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Welttag des Buches in den Bibliotheken

© Stadtbücherei und Mediathek Fürstenfeld

In den Bibliotheken ist nicht nur am 23. April Welttag des Buches. Von Aktionen wie „LESERstimmen – Der Preis der jungen LeserInnen“ über Literaturcafés bis zum Umgang mit digitalen Medien: Österreichs Bibliotheken zeigen erfolgreiche Leseanimation vor.

Laut der von deutschen Verlagshäusern 2018 zum zweiten Mal präsentierten Kindermedienstudie, die detaillierte Einblicke in die Medienwelt und Lebensrealität von jungen LeserInnen gibt, lesen 75 Prozent aller befragten Kinder zwischen vier und 13 Jahren mehrmals pro Woche Bücher oder Zeitschriften. Und auch die JIM-Studie 2018 hat bestätigt, dass der Anteil jener Jugendlichen, die zum analogen Buch greifen, seit 20 Jahren konstant 40 Prozent beträgt. Auch das Social-Media-Zeitalter hat daran nichts verändert.

LESERstimmen – Der Preis der jungen LeserInnen

Lesen ist ein Schlüsselelement für einen erfolgreichen, lebenslangen Bildungserwerb. Österreichs BibliothekarInnen versuchen immer auch neue, ungewöhnliche Wege in der Vermittlung zu finden. Von März bis Ende Mai stellen 12 AutorInnen und IllustratorInnen im Rahmen der Aktion LESERstimmen – Der Preis der jungen LeserInnen herausragende Werke vor, die besonders für die Leseanimation geeignet sind. Wie motivierend Partizipation in der Leseförderung ist, zeigen die über 10.000 jungen LeserInnen, die für ihr Lieblingsbuch abstimmen. Noch bis 31. Mai 2019 kann abgestimmt werden. 

Veranstaltungen in den Bibliotheken

Die rund 1.300 öffentlichen Bibliotheken in ganz Österreich bieten ein umfangreiches Medienangebot an: 2017 gab es bei einem Bestand von 3.351.691 Medien für Kinder und Jugendliche 8.102.689 Entlehnungen. Zusätzlich gibt es in vielen Bibliotheken des Landes ein abwechslungsreiches Vermittlungsprogramm. So werden in den 39 Zweigstellen der Büchereien Wien nicht nur beim jährlichen Lesofantenfest Formate wie Bilderbuchkinos, Tanztheater, Sprachspiele oder Filmvorführungen angeboten, unter dem Titel Kirango konnten junge Literaturinteressierte 2018 aus einem Jahresprogramm mit insgesamt 8943 Veranstaltungen wählen.

Mehrdimensionale Leseerlebnisse

Zahlreiche Projekte österreichischer Bibliotheken versuchen Kinder und Jugendliche dort zu treffen, wo sie sich medial umtun. Gerade im Alltag bieten digitale Medien Anknüpfungspunkte und Potenziale: Sie können eine Ergänzung zu analogen Lesegewohnheiten sein. Sie sprechen aber auch Gruppen an, die gedruckte Medien wenig oder nicht nutzen und können somit ein Einstieg sein, um junge Menschen die Welt der Bücher zu eröffnen. Zudem können sie aufgrund der Verfügbarkeit einen Zugewinn an (Vor-)Leseanlässen und -situationen im Alltag bieten.

Viele Bibliotheken setzen daher auf Vermittlungsmodelle, die analoges mit digitalem Lesen verknüpfen: [kju:b] – die kreative Jugendbibliothek der Stadtbibliothek Graz richtet sich mit Workshops zur „Augmented Reality“ gezielt an Jugendliche und junge Erwachsene, um mit dem Smartphone ihre Welt zu erweitern. Angeboten werden auch „lebendige Bücher”, die das sonst zweidimensionale Leseerlebnis bereichern.

Neben klassischen Veranstaltungsformaten wie Begegnungen mit AutorInnen, Vorlesestunden oder Bilderbuchkinos bietet die Stadtbibliothek Linz einen Makerspace, in dem neue Technologie und Medien ausprobiert, aber auch kreativ eingesetzt werden können. So gibt es Angebote zu Roboterprogrammierung oder 3-D-Druck genauso wie zur Herstellung kleiner, gefalteter Kunstwerke aus alten Büchern. Im Rahmen von „Hello World“ können Kinder gemeinsam mit MedienpädagogInnen und MentorInnen aus IT-Berufen neue Technologien kennenlernen, selbst einen Roboter programmieren, hacken, coden und verschiedenste Geräte und Apps ausprobieren.

Lesemotivation durch Mitgestaltung

Eine positive Bibliothekserfahrung kann entscheidenden Einfluss auf die Lesemotivation und die langfristige Bindung als NutzerIn nehmen, betont Klaudia Büchel von der Walserbibliothek Raggal. Hier hat ein Team von Kindern und Jugendlichen das Profil der Bibliothek durch eigenverantwortliche Auswahl der Medieneinkäufe und Veranstaltungsinhalten entscheidend mitgestaltet. Büchel ist überzeugt, dass eine derart gestaltete Partizipation Jugendlicher die Integration einer „Jugendbibliothek“ vor allem in kleineren Bibliotheken mit begrenzten Räumlichkeiten ermöglicht. Die Bibliotheksarbeit durch Jugendliche macht die Bibliothek zu ihrem Freizeitort und wirkt sich positiv auf Nutzungsverhalten sowie Lesemotivation aus. Gerade bei Kindern aus eher bildungsfernen Familien hat das Zugehörigkeits- und Verantwortungsgefühl eine besondere Bedeutung.

Auch für das Literaturcafé der Bücherei Neustift in Tirol haben Jugendliche Bücher ausgewählt und mit der selbst gestalteten @reading-area die Bücherei zu einem Treffpunkt des Austausches für junge Menschen im Dorf gemacht. Zahlreiche Veranstaltungen haben bisher das Vermittlungsprogramm ergänzt, etwa Literaturverfilmungen, „Speeddating mit Büchern“ und eine Schreibkonferenz, in deren Rahmen Kurzgeschichten entstanden sind.               

 

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