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Der häkelnde Bibliothekar von Ungenach

Die HäklerInnen präsentieren den Geschichtenteppich
© Dagmar Kienast

Michael Neumüller fertigte gemeinsam mit engagierten Helferinnen einen Geschichtenteppich an.

Michael Neumüller ist ehrenamtlicher Bibliothekar, häkelt gerne – und weiß, dass er „nicht alltäglich“ ist. Schließlich bewegt er sich damit in einem eher weiblich dominierten Feld. Laut Statistik arbeiten in Österreichs Bibliotheken 87,7 Prozent Frauen und 12,3 Prozent Männer. Wie viele davon handarbeiten können, ist allerdings nicht erfasst.

Viele Hände schaffen einen Geschichtenteppich 

Neumüller, im Hauptberuf Lehrer, ist in der Öffentlichen Bibliothek der Pfarre Ungenach (nahe Vöcklabruck) tätig. Seine Frau leitet die Bücherei. Im Rahmen seiner Projektarbeit zum Abschluss der Ausbildung zum ehrenamtlichen Bibliothekar hatte er die Idee, einen Geschichtenteppich zu realisieren. Mit der „Granny-Square-Technik“, dem Häkeln quadratischer Flecken, die mosaikartig zusammengenäht werden, war es möglich, viele Personen zu beteiligen. Hier setzte sich die statistische Wahrscheinlichkeit wieder durch: Durchwegs Frauen waren mit von der Häkelpartie. Neben dem Teppich wurde, inspiriert vom Wappen von Ungenach, ein Frosch als Maskottchen angefertigt.

Der Teppich wird eingesetzt, wenn Kindern in der Bücherei vorgelesen wird: bei den Besuchen von Volksschulklassen und Kindergartengruppen sowie bei Kamishibai-Vorstellungen. „Da sich auf dem Teppich viele Tiere befinden, gefällt er besonders den jüngeren Kindern“, erzählt Michael Neumüller. „Aber auch bei den Volksschulkindern ist er sehr beliebt, weil er so gemütlich und bunt ist. Sie gehen viel aufmerksamer damit um, seit sie ihn selber ausbreiten und nach dem Vorlesen wieder zusammenlegen dürfen.“

Gemeinschaftsprojekt mit Fortsetzung

Die Handarbeitsrunden in der Bücherei werden fortgesetzt: Zum 40-jährigen Büchereijubiläum wird in der Woche von „Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek“ ein Fest mit Bücher- und Handarbeitsmarkt veranstaltet. „In den letzten Wochen haben wir deshalb Ideen und Wolle gesammelt. Ich häkle zur Zeit Lesezeichen, Topflappen und kleine Schwämme aus Schwammgarn für den Markt“, berichtet Michael Neumüller.

Das gemeinsame Arbeiten am Geschichtenteppich hat dem Bibliothekar Freude bereitet und war für ihn auch eine lehrreiche Erfahrung in Teamarbeit: „Etwas Gemeinsames entsteht dann, wenn alle nach ihrem Können mitarbeiten, wenn Verantwortung verteilt wird, wenn Ideen und Vorstellungen diskutiert und vielleicht verworfen werden und wenn man sich gegenseitig etwas zutraut und einander vertraut.“

 

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