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Bibliothek des Jahres

ZLB Collage
© ZLB; Collage: diamond gestaltung

Den mit 20.000 Euro dotierten nationalen Bibliothekspreis des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) und der Deutschen Telekom Stiftung erhält in diesem Jahr die Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Er wird im Oktober in Berlin zum 20. Mal verliehen. 

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) wurde von der Jury einstimmig ausgewählt. Die Jury würdigte mit dieser Entscheidung, dass die Bibliothek auf beispielhaft strategische Weise mit ihren neu entwickelten partizipativen Angeboten und digitalen Services laufend auf die gesellschaftlichen und medialen Veränderungen reagiert und sich so als öffentlichen Ort mitten in der Stadtgesellschaft positioniert. Die Arbeit der ZLB fußt auf drei programmatischen Säulen: als Ort der Informations- und Wissensversorgung, als Arbeitsort der Produktivität und als Forum der Stadtgesellschaft. Sie hat die Herausforderungen sich verändernder gesellschaftlicher und medialer Rahmenbedingungen angenommen. Durch die Umgestaltung ihrer Kernprozesse bietet sie neue Zugänge zu bibliothekarischen Angeboten und Funktionen.

Partizipation und „Community-Projekte“
Die ZLB unterstützt mit ihrer Arbeit sowohl die individuelle Entwicklung des Einzelnen als auch die Weiterentwicklung des demokratischen Gemeinwesens. So schafft sie mit dem seit 2017 systematisch aufgebauten Arbeitsbereich „Community-Projekte“ gemeinsam mit Kooperationspartnern und BürgerInnen attraktive Angebote für Meinungsbildung und Meinungstausch. Die Bibliothek versteht sich hierbei als Plattform, auf der die Stadtgesellschaft in offenen Gestaltungsräumen experimentieren kann, und  überzeugt durch ihre Orientierung an den Bedürfnissen der Bürgerschaft und deren Wunsch nach Mitgestaltung.

Digitale Angebote
Durch Veränderung in den Geschäftsprozessen hat die Bibliothek die Grundlage dafür geschaffen, sich verstärkt den digitalen Angeboten zu widmen. Mit dem Projekt „Digitale Welten“ wurde der digitale Bestand ausgebaut: neben digitalen Lesemedien auch Hörangebote, E-Learning und Online-Filme. Als erste deutsche Bibliothek bot sie gemeinsam im Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins den Streamingdienst „filmfriend“ an, mit AVA (Audio Visual Archive) wird nun auch Zugang zu europäischem und internationalem Arthouse Kino geboten. Die digitale Landesbibliothek bietet Zugriff auf zahlreiche retro-digitalisierte Quellen zur Berliner Stadt- und Regionalgeschichte. Zunehmend wichtiger wird auch die Kompetenzvermittlung digitaler Kulturtechniken. Neben der Nutzung von mobilen Endgeräten können BesucherInnen das Coding oder die Möglichkeiten von VR-Technik kennenlernen. 

Die Öffnung der Bibliothek an Sonntagen seit Herbst 2017 ist ein starkes Signal. Die ZLB setzt mit Berliner Initiativen und Einzelpersonen jeden Sonntag ein Veranstaltungsprogramm durch Dritte um, das die Bibliotheksräume auch sonntags zum offenen Forum für die Stadtgesellschaft macht. Somit dokumentiert sie den Bedarf der Bevölkerung an einer Sonntagsöffnung von Stadtbibliotheken.

Viele Angebote und Services der ZLB sind Vorbild für andere Bibliotheken. Vor allem die mit Teilen der Bevölkerung und in Kooperation mit Partnern wie den Riffreportern entwickelten Projekte oder die partizipative Gestaltung der Themenräume werden bereits von anderen Bibliotheken in ähnlicher Weise aufgegriffen.

Weitere Informationen zur Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) können Sie hier nachlesen.

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