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Ein
E-book
des Cin Ali Lernklubs,
deutscher Text von Monika Himsl
Yıldız
– ohne Punkte!!!
Heute ist Anne ganz aufgeregt.
Sie zieht ihre neue Hose an
und den roten Pullover
von Tante Trudi.
Sie kann gar kein Brot essen.
Sie trinkt zum Frühstück
nur einen Kakao.
Heute geht
nämlich
die Schule wieder los!
Anne nimmt die Schultasche
auf den Rücken.
Sie gibt Mama einen Kuss.
Dann
geht
sie
durch den Garten.
Sie schaut auf die Schaukel
und auf die Blumenbeete.
Die Katze liegt schon auf der Bank.
Anne öffnet das Gartentor.
Niemand ist auf dem Weg.
Langsam geht sie in die Schule.
In der Klasse sind
schon viele Kinder.
Erika ist da und
streitet mit Mustafa.
Dominik zieht Lisa
an den Haaren.
Maximilian sitzt schon
brav in der ersten Bank.
Anne setzt sich
in die letzte Reihe -
neben das Fenster.
Da sieht sie in den Baum im Schulgarten.
Ob die kleinen Vögel wieder
ans Fenster kommen?
Die Schulglocke läutet.
Erika streitet noch immer.
Jetzt mit Dominik.
Lisa weint,
weil ihr Zopf offen ist.
Die blaue Schleife ist ab.
Da kommt Frau Husch.
„Hallo Kinder!
Was ist denn mit Lisa?
Erika, setz dich auf einen Platz,
und Dominik, komm zu mir.“
Na, das geht ja lustig los,
denkt Anne.
„Die Ferien sind aus,
ihr habt alle viel erlebt",
sagt die Lehrerin.
"Ihr
müsst mir das
gleich alles erzählen.
Aber zuerst gibt es
eine Überraschung.
Dominik, geh bitte
auf den Gang.
Dort wartet jemand!“
Lisa hört auf zu weinen.
Erika ist endlich ruhig.
Maximilian macht
ganz große Augen
und Dominik geht zur Tür.
Er öffnet sie
und geht in den Gang.
Stimmen sind zu hören.
Dann kommt der Herr Direktor
herein.
Er führt ein fremdes
Mädchen an der Hand.
„Yıldız!“
ruft Anne.
„Anne!“
ruft das Mädchen.
„Ach schön, ihr kennt euch!“
lacht Frau Husch.
Ja, natürlich kennt Anne Yıldız.
Schon seeeeeeehr lange.
Sie
ist
ihre beste Freundin.
Sie spielten zusammen im Garten
und am Spielplatz.
Sie schaukelten am Apfelbaum.
und schauten Bücher an.
Sie spielten mit den Puppen
und gingen einkaufen.
Anne und Yıldız
waren
immer zusammen.
Jeden Tag.
Nur nicht im Urlaub.
Da flog Yıldız
nämlich
zu ihrer Oma nach Ankara.
Und Anne fuhr
zu ihrer Oma nach Wien.
Einmal aber kam Yıldız
nicht aus dem Urlaub zurück.
Von da an musste Anne
alleine spielen.
Im Garten und im Park.
Mit den Puppen.
Mit der Schaukel.
Sie musste alleine
die Bücher anschauen.
Da wurde Anne ganz traurig.
Eines Tages bekam sie eine
Schultasche und viele Farbstifte.
Auch Hefte und Bücher.
Nun ging Anne in die Schule.
In der Schule war es schön.
Es waren auch viele
andere Kinder da -
und eine lustige Lehrerin.
Anne lernte lesen und schreiben.
Sie lernte rechnen und turnen
und viele neue Lieder.
Aber jeden Tag dachte Anne:
„Wenn nur Yıldız
auch da wäre!
Ohne Yıldız
ist ALLES langweilig!““
Und jetzt ist Yıldız wirklich wieder da.
Hurrah!
„Schön, Anne, dann
setz dich in die erste Reihe.
Yildiz, setz dich neben Anne
und neben Maximilian,“
sagt die Frau Lehrerin.
„Ja, das ist gut,“
sagt der Herr Direktor.
„Das ist also Yildiz.
Sie kommt aus der Türkei!
Seid nett zu ihr,
damit sie schnell Deutsch lernt.“
Dann ging er weg.
Anne nimmt ihre Schultasche.
Sie geht nach vorne
und Yıldız
darf sich
neben sie setzen.
Wenn Yıldız
da ist,
braucht Anne
die kleinen Vögel nicht mehr.
Auch nicht den großen Baum.
Jetzt ist es NIE mehr langweilig!
Der Vormittag ist schnell vorbei.
Alle Kinder gehen nach Hause –
mit den neuen Schulbüchern
und Heften -
und Anne mit Yıldız
……
…. denn Yıldız
wohnt seit heute
wieder im Nachbarhaus.
Mit ihr auch ihre Mama
und ihr Papa und –
ein ganz kleiner Bruder.
Er heißt Yıldırım.
Yıldılrım
liegt in Annes
altem Kinderwagen unter
dem Schaukelbaum.
Die Eltern von Yıldız
räumen das Umzugsauto aus.
Anne und Yıldız
haben
einen RIESEN-Hunger und
essen die besten Spagetti der Welt.
Nun hat Anne wieder eine Freundin
zum Bücherlesen,
zum Schaukeln, zum Einkaufen.
Nur die Puppen braucht
Anne nun nicht mehr so oft..
Yıldırım
ist nun das Baby und
Anne und Yıldız
sind
die besten
Ablas
der Welt.
Auch die Schule ist mit Yıldız
viel, viel lustiger –
aber nicht nur für Anne!
Am nächsten Tag sagt Frau Husch:
„Heute schreiben wir eine Geschichte!“
Sie schreibt auf die Tafel:
„Meine Oma“
Alle holen die Hefte
und Stifte heraus.
Sie schreiben die Überschrift
auf eine neue Seite.
Anne denkt lange nach.
Dann schreibt sie
ein paar Sätze.
Danach schaut sie in Yıldız’s
Heft.
Was schreibt sie wohl?
„Was ist denn das!“
ruft Anne.
Das kann ich gar nicht lesen!“
Da steht:
Maine Oma hays Fatma.
Si vont inda Türkiye.
Si var kanz fes grank.
Maynı
anne
hat si versorkt.
Yets isi vida ganz kesunt
un vir sin vida nah Doyçlant
gekomın.
Ih libe maynı
Oma ser.
„Das ist meine Geschichte….“
sagt Yıldız
leise.
Die Lehrerin kommt
zu Anne und Yıldız.
Sie nimmt Yıldız’s
Heft.
Sie schaut es lange an.
In der Klasse ist es ganz still.
Nicht einmal Erika redet.
Auf einmal lacht Frau Husch:
„Oh, Yıldız,
das ist eine
sehr schöne Geschichte!
Lies sie vor!“
Und Yıldız
liest:
„Meine Oma heißt Fatma.
Sie wohnt in der Türkei.
Sie war ganz fest krank und
meine
Anne hat sie versorgt.
Jetzt ist sie wieder ganz gesund
und wir sind wieder nach
Deutschland gekommen.
Ich liebe meine Oma sehr.“
„Wieso hat Anne
Yıldız’s
Oma versorgt?“
ruft Erika.
„Wieso schreibt Yıldız
so
komisch?“
fragt Anne.
„Aber Yıldız
ist doch nicht in
Deutschland!“
lacht Dominik.
Die Lehrerin lacht wieder:
„Langsam, Kinder! Langsam!
Yıldız
wird uns alles erzählen.“
Und dann erzählt Yıldız:
„Im Urlaub ist Oma
ganz fest krank geworden.
Meine Mama hat sie wieder
gesund gepflegt.
„Anne“, das ist das
türkische Wort für Mama.
Und jetzt bin ich wieder da,
wo alle Deutsch sprechen.“
Jetzt versteht Anne!
Deshalb
war Yıldız
nach dem Urlaub
nicht zurück gekommen.
Deshalb
konnte Anne
so lange nicht mit Yıldız
spielen.
„Aber warum
schreibt
Yıldız so
komisch?“
fragt Anne noch einmal.
„Yıldız ging in
der Türkei
in
die Schule“,
sagt
die Lehrerin.
„Und die türkischen Kinder lernen
ein anderes ABC –
das türkische Alphabet!
Hast du türkische Bücher, Yıldız?“
Ja, natürlich hat Yıldız
türkische Bücher.
Eines hat sie sogar in der Schultasche.
Ihr Lieblingsbuch.
„İşığını
yitiren yıldız“
Sie zeigt es Frau Husch.
Alle Kinder dürfen es einmal nehmen.
Die Buchstaben schauen
nicht viel anders aus.
Nur manche haben
unten einen Haken oder
oben einen Bogen.
Und ganz oft fehlen die I-Punkte.
Anne liest ein paar Sätze.
Aber sie stottert nur und
kann gar nichts verstehen.
„Liest du uns eine Seite vor?“
fragt Frau Husch.
Yıldız
stottert gar nicht,
aber Anne kann noch immer
nichts verstehen.
An diesem Tag lernen
alle Kinder viele neue Dinge.
Yıldız
lernt:
Nicht überall ist Deutschland,
wo man Deutsch redet.
Deutsch reden auch die Leute
in Österreich
und in der Schweiz.
Das findet Yıldız lustig.
Und die anderen Kinder lernen
wie die türkischen Kinder schreiben.
Yıldız darf
nämlich ihr Alphabet
auf
die Tafel schreiben.
Sie
liest es auch.
Einige Buchstaben sehen gleich aus,
sie
heißen aber anders.
Einige Buchstaben schauen auch anders aus.
Wenn Yıldız Wörter
schreibt,
dann
schreibt sie oft
einen Buchstaben, wo Anne
drei
oder vier Buchstaben braucht:
Şule statt Schule
oder doyç statt deutsch.
Und jetzt sehen alle,
dass Yıldız Name auch
gar keine I-Punkte hat.
„Klar,“ sagt Yıldız,
„ich heiße ja Stern!
Haben Sterne Punkte?“
Und
auf einmal kann Anne
Yıldız’s
Geschichte ohne zu
stottern lesen.
Auch
die anderen Kinder versuchen es.
Alle
lachen und finden es sehr lustig,
dass Yıldız
in Österreich
deutsche
Sätze
mit türkischen Buchstaben
schreiben kann.
Das wollen alle Kinder der Klasse
auch einmal probieren!!!
„Das ist eine Gute Idee!“,
ruft die Lehrerin.
Die Kinder schreiben
das neue Alphabet in
ihre
Hefte.
Und zu Hause dürfen sie
eine
"türkisch-deutsche"
Geschichte
schreiben.
Yıldız
und Anne machen das
natürlich
zusammen....
Anne lernt, dass der
kleine
Bruder
Yıldırım
auf türkisch Blitz heißt.
Anne und
Yıldız
müssen sehr oft lachen -
und
Mama versteht kein Wort.
Ayn
şöna
nahmitak
Tsueast mahın
via ti aufgabe.
Dan
şpilın
viya ayn bisl mit tem
bruda blits.
Şpeta
nemın
viya ten bal
unt
şpatsirın
tsum park.
Da sin
şon
filı
kinda. Via
şpilın
tusamın
fökabal unt fangın
unt
Faştekın
bis viya müdı
sin.
Dan gen viya haym. Das var ayn
şöna
nahmitak fon
Ştean
unt Mama.
Am nächsten Tag
malen alle zusammen
große Plakate mit den
großen und kleinen
türkischen und deutschen Buchstaben.
Die hängen nun in der Klasse.
Und dann lernt Yıldız
schnell,
wie die österreichischen Kinder schreiben.
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