Das türkische Bibliothekswesen

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Türkischer Bibliothekarsverband

Das Bibliothekswesen in der Türkei

In der „Türkei“ gibt es  laut offiziellen Angaben seit ca. 900 Jahren Bibliotheken. Aber schon zur Zeit des Hellenismus waren hier wissenschaftliche Bibliotheken von Weltrang zu finden, wie etwa die berühmte Bibliothek von Pergamon (heute Bergama), nahe der heutigen Stadt Izmir. Diesem Ort, hat übrigens das „Pergament“ seinen Namen zu verdanken.

Unter den anatolischen Seldschuken, in den Stadtstaaten und unter den Osmanen sollten die Bibliotheken geöffnet werden. Im osmanischen Reich gab es in zahlreichen Orten Anatoliens innerhalb von Moscheen, Türben, Medresen und Armenküchen Bibliotheken. Später eröffneten auch Stiftungen einzelne Bibliotheken. Die erste davon war die "Köprülü-Bibliothek" (1678 von Köprülü Fazıl Ahmet Paşa in İstanbul gegründet). Sie wurden von Stiftungen der damaligen Staatsmänner und Geistlichen finanziert. 1884 die erste staatliche Bibliothek der Osmanen mit dem Namen "Kütüphane-i Osmaniye" eröffnete, (heute: "Beyazıt Devlet Kütüphanesi" - Staatliche Bibliothek Beyazıt).

Die Regierung der Großen Türkischen Nationalversammlung 1920 gründete die "Kulturabteilung" innerhalb des nationalen Erziehungsministeriums, der von nun an die Bibliotheken unterstellt waren. Durch das "Gesetze die Einheit der Erziehung betreffend" wurden am 3. März 1924 alle Stiftungsbibliotheken dem Erziehungsministerium angeschlossen. 1946 entstand in Ankara die "Nationale Bibliothek".
Gemeinsam mit der Republik entwickelte sich die Bibliotheks-Wissenschaft, und im Ausland ausgebildete Bibliothekare bemühten sich um ein zeitgenössisches Bibliothekswesen, bis ab 1954 an drei Universitäten eigene Abteilungen für das Bibliothekswesen eingerichtet wurden, damit die Bibliothekare eine türkische Hochschulausbildung erhalten.

Der 1960 gegründete "Generaldirektion für Bibliotheken“ - heute die dem Ministerium für Kultur angeschlossene „Direktion für Bibliotheken“ - unterstehen 1.373 Volks- und Kinder-Bibliotheken sowie die Handschriftensammlungen. Dort sind insgesamt rund 12 Millionen Bücher.
Die örtlich gebundenen Bibliotheken Volksbibliotheken verzeichneten 1999 ca. 21,000.000 Leser. Daneben gibt es noch zeitweilige Büchersammlungen und 66 Wanderbibliotheken, die auch Interessierten in abgelegenen Wohnvierteln, Kreisstädten und Dörfern ein Bibliotheksservice bieten. Außer dem Kulturministerium gibt es in der Türkei auch noch andere Bibliotheksträger: öffentlich-rechtliche Institutionen und Ämter, z.B. die Stadtverwaltungen, private Unternehmen, Schulen und Universitäten.

Derzeit sollen das Bibliothekswesen gemäß dem internationalen Trend verbreitert werden, um Zahl und Dienstleistungsqualität der Einrichtungen zu steigern und sie „in Kulturzentren der betreffenden Gegend umzuwandeln“. Ein Automatisierungsprojekt der Generaldirektion für Bibliotheken des Kulturministeriums hat von 1997 bis 1999 bereits 31 der Bibliotheken automatisiert, weitere sollen folgen.

Eine der benutzten Quellen: TURKEI - FORSNET