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Auszug aus dem aufregenden Eheleben des „Kanaken-Gandhi“ von
Osman Engin, 2001.
Enttäuscht und frustrierte laufe ich alleine nach Hause. Der
ganze
Tag war eine einzige Katastrophe! Ich brauche unbedingt etwas
Zärtlichkeit, Liebe und Verständnis!
Kaum bin ich Schlafzimmer, falle ich deswegen wie ein wildes
Tier über meine Frau her.
„Hiiilfeee, Triebtäter, Vergewaltiger!“ schreit sie voller
Angst.
„Frau, sei ruhig, ich werde dich schon nicht umbringen. Du weißt
schon, was ich will!“
„Halt ein Osman, überleg es dir noch mal. Das ist doch glatter
Inzest, was du machst, Blutschande! Geh doch fernsehen, die
Kinder schlafen schon. Treib’s doch mit der Fernbedienung.“
„Wieso Blutschande? Du bist immer noch meine Frau, soviel ich
weiß.“
„Aber in den vielen Jahren, in denen nichts zwischen uns
gelaufen ist, das sind wir wie Brüderchen und Schwesterchen
geworden.“
„Komm, lass die Scherze. Selbst wir müssen von Zeit zu Zeit
unseren ehelichen Pflichten nachkommen, so schwer es auch ist.“
„Das nennst du Erfüllung ehelicher Pflichten? Wenn du alle zehn
Jahre einmal auf solche Ideen kommst? ... Wie dem auch sei, ich
weiß ganz genau, warum du plötzlich so spitz geworden bist: Erst
hast du stundenlang die Beine von Frau Tanja angestiert, du
verdammter Gaffer, und dann haben dir die vielen Sexfilme den
Rest gegeben.“
„Nein, das stimmt doch gar nicht! Was du immer denkst. Ich will
doch nur, dass wir beide auf schönere Gedanken kommen und nicht
immer nur an diese grässliche Abschiebung denken. Sonst werden
unsere Magengeschwüre bald noch größer als unsere Mägen selber.
Außerdem will ich dir beweisen, dass ich nicht schwul geworden
bin!“
„Also Osman, ehrlich gesagt, sich glaub’ dir keines von beiden,
aber ich will’s trotzdem mal versuche. Einmal in zehn Jahren
kann es bestimmt nicht schaden. Man muss die Feste feiern wie
sie fallen.“
„Komm Eminanim, zieh schnell deinen Pullover aus. Bei Allah, das
gibt’s doch wirklich nicht, bei diesem Wetter hat die Frau zehn
Pullover übereinander an!“
„Meckere nicht rum, zieh lieber deine Socken aus. Du brauchst ja
nicht wie in den billigen Sexfilmen mit Socken und Schuhen ins
Bett zu steigen. Wenn wir es schon mal alle zehn Jahr einmal
tun, dann können wir uns auch ein bisschen Zeit nehmen.“
„Oh nein, die Frau hat auch noch drei eklige fleischfarbene
Strumpfhosen übereinander gezogen! Denkst du eigentlich dass es
hier im Juni schneien wird?“
„Osman, halt den Mund und heb deine Energie für später auf. Nach
zehn Jahren will ich die drei Minuten One-night-stand mit dem
eigenen Ehemann doch voll genießen!“
„Das ist ja wirklich unglaublich, die Frau hat alles getan, um
auch dem schlimmsten Triebtäter die Lust zu rauben. Wie kann
eine Frau denn bloß eine so blöde lange Unterhose anziehen die
bis zu den Knien geht und unter den Achseln klemmt?“
„Motz nicht rum, du Blödmann! Schon seit Jahren ziehe ich
bequeme lange Unterhosen an. Soll ich in meinem Alter etwa
Tangas tragen?“
„Naja, ich glaube, ich mache lieber die Augen zu, soviel Erotik
auf einem Haufen bin ich nicht gewöhnt! Nun komm schon, komm
schon, sonst fange ich ohne dich an!“
„Nix da! Du legst dich da nicht hin wie ein Pascha. Hol dir dein
Kondom selber aus dem Nähkästchen. Die Zehner-Packung, die du
anlässlich unserer Hochzeit gekauft hast ist noch nicht alle.“
„Kondom? Ws für ein Kondom? Du nimmst doch die Pille oder
nicht?“
„Osman, du glaubst doch nicht allen Ernstes, ich würde 30 Jahre
lang dieses Zeug mit all seinen Nebenwirkungen schlucken, nur
weil du vielleicht unverhoffterweise irgendwann eine
unerklärliche Lust verspürst!“
„Gut, gut, gut, das reicht! Wozu braucht man schon Kondome, wenn
man dich zur Frau hat? Du bist die beste Verhüterin überhaupt.
Bei mir tut sich nichts mehr!“
„Was soll das denn nun schon wieder heißen?“
„Das soll heißen, dass das alles zu lange dauert und mir die
Lust total vergangen ist.“
„Oh, das macht doch nichts! Dann warten wir halt wieder ein
bisschen darauf. Die Zeit wird uns vergehen wie im Fluge, was
sind schon weitere zehn Jahre?“
„Nein, verflucht noch mal, das wird heute erledigt. Hast du denn
keinen roten Leder-Minirock zuhause?“
„Ich hab’s gewusst! Ich hab’s gewusst! Der Frau Tanja-Effekt, du
geiler Bock!“
„Aber nein! Deswegen doch nicht! Ich brauche nur irgendwas, was
mich jetzt wieder antörnt. Da fiel mir zufällig eben dieser rote
Minirock ein. Von mir aus können wir es auch mit was anderem
versuchen.“
„Womit zum Beispiel?“
„Was weiß ich, was die Leute heutzutage so alles tun, um sich im
Bett richtig scharf zu machen. Ich könnte dich vielleicht so ein
bisschen auspeitschen. Wenn du dazu noch ganz hochhakige
schwarze Lackstiefel bis zu Po anziehst, dann habe ich bestimmt
ganz schnell wieder Lust.“
„Du Schwein, jetzt wirst du wohl völlig pervers! Wenn du
unbedingt willst, dass jemand wie ein Galeerensträfling
ausgepeitscht wird, dann lass mich dich auspeitschen. Außerdem,
die einzigen hohen Stiefel, die wir im Haus haben, sind deine
gelben Stiefel, mit denen du immer zum Angeln gehst!“
„Ich habe noch eine andere tolle Idee: Wir fesseln dich nackt
aufs Bett, und ich springe von oben auf dich drauf.“
„Wie, was soll das heißen? Wie springst du auf mich drauf?“
„Vom Kleiderschrank zum Beispiel.“
„Bist du verrückt! Dabei brechen wir uns bestimmt sämtliche
Knochen.“
„Aber mein Engel, ich werde natürlich erst aufs Bett springen
und dann ganz zärtlich auf dich.“
„Na gut, wenn meine Aufgabe nur darin besteht, gefesselt auf dem
Bett rum zuliegen, dann bin ich einverstanden.“
...
Nachdem dieser gangbare Kompromiss zwecks Vollzug der
ehelichen Pflichten im Hause Engin ausverhandelt ist, schreitet
Osman zur Tat:
....
„Mit den beiden Gürteln von unseren Bademänteln, mit ihren drei
Stumpfhosen und einer Wäscheleine binde ich meine Frau so fest
ich kann ganz nackt nur mit gelben Anglerstiefeln bekleidet auf
dem Bett fest. Genauso nackt aber ohne Anglerstiefel klettere
ich auf den Kleiderschrank...
„Mir fällt ein, dass es natürlich noch viel prickelnder und
erotischer wäre, wenn ich ein ganz tolles männliches T-Shirt
drüber ziehen würde…..“
Ich steige von dem hohen Kleiderschrank schnell wieder runter.
Ganz hinten aus der Schublade krame ich das alte Batman-T-Shirt
vom Sohn Mehmet heraus und ziehe es mir an.
„Frau, es wäre doch viel erotischer, wenn wir dir noch diese
Strapse anziehen würden. Hier in der Schulblade habe ich noch
welche gefunden.“
„Das geht nicht mehr, meine Füße sind schon angebunden. Und
außerdem verlieren die Gummistiefel an erotischer Wirkung, wenn
man Strapse darüber zieht. Falls du wirklich so scharf drauf
bist, zieh die Dinger doch selber an! Mit dem alten
Batmann-T-Shirt und den schwarzen Strapsen siehst du bestimmt
umwerfend aus. Wäre auch mal was anderes, sonst müssen wir
Frauen immer so was anziehen.“
Ich zieh mir also auch noch die schwarzen Strapse an und
klettere ächzend wieder auf meine Festung. Was tut man ich alles
gegen Magengeschwüre!
„Osman, du siehst herrlich bescheuert aus. Mit Batmann auf der
Brust und schwarzen Strapsen. Ich wünschte, alle meine
Freundinnen könnten sich so sehen – wie würden die mich
beneiden. Ich lach’ mich gleich tot!“
Ich hüpfe elegant auf dem Schrank hin und her und meine Frau
sexuell zu stimulieren. Damit sie den großen Moment unserer
Erfüllung voller Begierde herbeisehnt.
„Osman, spring doch endlich runter! Hüpf da nicht rum wie ein
Känguru. Dadurch verlierst du noch dein Kondom. Das Ding ist dir
ohnehin drei Nummern zu groß. Komisch vor 30 Jahren haben die
noch gepasst“, höhnt sie absolut gefühllos in Richtung
Kleiderschrank. Aber cool wie ich von Natur aus bin, lasse ich
mich gar nicht beirren und stoße einen männlichen Schrei aus,
wie Tarzan. Lichtfüßig springe ich noch ein paar Mal auf meinem
Sprungturm auf und nieder um für meine großen Auftritt genügend
Sprungkraft zu sammeln, uuuuund...
„Scheeeeeiiiiiißeeeee!!“
Das Dach des uralten Kleiderschranks ist für solche gymnastische
Übungen nicht konstruiert...
http://www.dtv.de/dtv.cfm?wohin=dtvnr20476
www.osmanengin.de
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