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1. Marketingfunktion
Beliebtester Einstieg für die Suche nach Medien ist in öffentlichen Bibliotheken das selbständige Stöbern im Regal. Aus diesem Grund beeinflusst die Anordnung der Medienbestände die Umsatzzahlen bei den Entlehnungen und damit den Erfolg von öffentlichen Bibliotheken in hohem Ausmaß.
Die ÖSÖB stellt eine übersichtliche, thematisch feine und leserorientierte Gliederung der Sachgebiete zur Verfügung, mit der eine attraktive Bestandspräsentation erleichtert wird. Sie hilft der Bibliothek, ihre Angebote besser zu vermarkten und, im Sinne eines demokratischen Bildungsverständnisses, allen Interessierten einen leichteren Zugang zu Information, Bildung und Kultur zu bieten.
2. Bestandscontrolling
Durch eine genaue Erschließung der Bibliotheksbestände mit einer umfassenden Systematik wie der ÖSÖB lassen sich gut genutzte Inhalte mittels Abfrage der Absenzquoten sehr genau eruieren und damit gezielt ausbauen. Das Bestandsprofil der eigenen Bibliothek kann somit leichter auf die Bedürfnisse des Publikums abgestimmt werden.
Auch Bestandslücken fallen durch die differenzierte Erschließung leichter auf und können einfacher beseitigt werden.
3. Umfangreiches Schlagwortregister
Die ÖSÖB bietet ein mit über 16000 Einträgen sehr umfangreiches Schlagwortregister. Durch die Möglichkeit des punktuellen Zugriffs auf ein Themengebiet können Benutzer auch ohne Kenntnis des Systematikschemas der ÖSÖB problemlos mit ihr arbeiten. Dies erleichtert Bibliothekaren die Klassifizierung der Medien und Lesern die thematische Suche!
4. Verwendung in allen Öffentlichen Bibliotheken
Die ÖSÖB ist für Bibliotheken mit Beständen bis zu mehreren 10000 Medien konzipiert. Da sie hierarchisch aufgebaut ist und ein strukturabbildendes Notationssystem hat, lässt sie sich - durch Weglassen einer oder mehrerer hierarchisch weiter unten angesiedelter Ebenen - leicht auf die Bestandsgröße der eigenen Bibliothek anpassen.
Es ist auch möglich, die Feingliederung nur bei ausgewählten Bereichen, die in der Bibliothek eine besondere Rolle spielen, auszuschöpfen, bei anderen hingegen nur die oberen Systemstellen zu besetzen. Die Aufstellung der Gruppe P könnte z.B. folgendes Aussehen haben:
P Buch-, Bibliotheks-, Dokumentations- und Informationswesen. Philosophie. Sprache. Literatur. Pädagogik. Psychologie. Religion PB Buch-, Bibliotheks-, Dokumentations- und Informationswesen PI Philosophie PK Sprache PL Literatur PN Pädagogik PP Psychologie PP.Y Psychologische Ratgeber zur Lebensführung PP.YP Ratgeber Lebenskrisen und -probleme PP.YPT Ratgeber Todesfall, Trauer PR Religion, Esoterik
Während bei der Aufstellung die Detailgliederung flexibel gehandhabt werden kann, ist es für den systematischen Katalog dringend anzuraten, bei allen Medien die genauen Notationen zu verwenden. Damit steht nämlich ein zusätzliches Instrument zur detaillierten sachbezogenen Katalogrecherche zur Verfügung; außerdem können angewachsene Gruppen bei Bedarf auch nachträglich jederzeit separat aufgestellt werden, ohne dass Medien nachbearbeitet werden müssten.
Eine eigene Aufstellung von Systematikgruppen wird ab einer Richtzahl von 15-30 Medien pro Gruppe empfohlen. Größere Gruppen erschweren dem Leser die Orientierung am Regal. Allerdings steigt mit kleinen, aber vielen Systematikgruppen wegen der frei zu lassenden Zwischenräume natürlich auch der gesamte Platzbedarf.
Einen kompletten Überblick über die Gliederungstiefen der Sachgruppen erhalten Sie, wenn Sie links den Menüpunkt "Ausgabeformen" anklicken.
5. Verwendung in verschiedenen Kontexten
Als Raster für Einordnung und problemloses Wiederauffinden von Inhalten aller Sachgebiete bietet sich die ÖSÖB für die Verwendung in verschiedenen Kontexten an. Neben den ursprünglichen Funktionen, ein System für
- die Aufstellungsordnung von Medien, sowie für
- die Gliederung des Bibliothekskatalogs
zu sein, kann sie auch z.B. folgende andere Aufgaben erfüllen:
- Gliederung von Literaturlisten (z.B. Neuerwerbungen)
- Gliederung von Linksammlungen
Anstelle für die Erschließung solcher Inhalte anlassbezogen immer neue Gliederungen zu entwerfen, greift man einfach auf jenes Systematikschema zurück, das den Lesern bereits von der Aufstellung in der Bibliothek her bekannt ist.
6. Weite Verbreiung in Österreich
Die ÖSÖB ist seit vielen Jahren die in Österreichs öffentlichen Bibliotheken am weitesten verbreitete Systematik (derzeit wird sie von fast 90% aller öffentlichen Bibliotheken verwendet). Von dieser weiten Verbreitung profitieren Anwenderbibliotheken in mehrfacher Hinsicht: Aufbereitung und Weiterentwicklung der Systematik werden zentral koordiniert, zentrale Dienste können in Zukunft auch zur Klassierung der Bestände genutzt werden.
Für den Benutzer bedeutet es wiederum eine Erleichterung, wenn die Bestände verschiedener Bibliotheken nach dem selben systematischen Prinzip erschlossen werden; durch eine weit verbreitete Systematik können insbesondere die mit der zunehmenden Vernetzung von Bibliotheken gebotenen Möglichkeiten (Recherche in Verbundkatalogen) besser genutzt werden.
7. Aktualität durch kontinuierliche Pflege
Um die Brauchbarkeit der ÖSÖB auch für die Zukunft zu sichern, wurde beim BVÖ ein Arbeitskreis zur Systematik eingerichtet, der mit der kontinuierlichen Pflege der ÖSÖB beauftragt ist. Anwenderbibliotheken haben die Möglichkeit, ihre diesbezüglichen Anregungen, Wünsche und Fragen an den Arbeitskreis zu richten und sich somit an der Weiterentwicklung der ÖSÖB zu beteiligen.
Weitere Informationen zu diesem Punkt, sowie ein Eingabeformular finden Sie, wenn Sie links den Menüpunkt "Anregungen" anklicken!
8. Verfügbarkeit in verschiedenen Ausgabeformen
Die ÖSÖB liegt in folgenden Ausgabeformen vor:
- Buch
- Textdateien zum Download
- WWW-Version
- Integriertes Element von Bibliotheksverwaltungsprogrammen
Die Verfügbarkeit in verschiedenen zeitgemäßen Ausgabeformen erleichtert die Arbeit mit der ÖSÖB für alle Anwendungsbereiche der Systematik.
Nähere Informationen finden Sie, wenn Sie links den Menüpunkt "Ausgabeformen" anwählen!
9. Arbeitsersparnis durch Nutzung von Fremddaten
Bei einer weiten Verbreitung der ÖSÖB könnte in Zukunft auch die Möglichkeit der Übernahme der Notation beim Bezug von Fremddaten zu einer Arbeitsersparnis bei den Anwenderbibliotheken führen.
10. Umsystematisieren als Anlass zur umfassenden Bestandsrevision
Den genannten Vorteilen der ÖSÖB steht die Arbeit des Umsystematisierens als primäres praktisches Hindernis gegenüber. Der Umarbeitung kann jedoch insofern auch ein positiver Aspekt abgewonnen werden, als sie der Bibliothek eine gute Möglichkeit zur umfassenden Durchsicht des Medienbestands bietet. Man kann also die Gelegenheit auch gleich zum Ausscheiden veralteter und verbrauchter Medien, sowie zur Inventur nutzen.
Praktische Hinweise zur Organisation der Umarbeitung finden Sie links unter dem Menüpunkt "Umsystematisieren"! |