Organisatorische Aspekte zur praktischen Umsetzung der ÖSÖB
Vor der praktischen Umsetzung der überarbeiteten Systematik sind mehrere Punkte zu überlegen:
- In welchem Zeitraum sollen die Änderungen durchgeführt werden? Welche Personalressourcen stehen dabei zur Verfügung?
- Wie soll die praktische Umarbeitung organisiert werden: Werden zuerst die Medien im Regal bearbeitet, oder immer nur die aktuellen Rückgaben von ausgewählten Sachbereichen?
Variante 2 hat den Vorteil, dass jene Medien, die nach einem festgelegten Zeitraum (z.B. nach einem Jahr) noch unbearbeitet im Regal stehen, also sehr lange nicht entliehen wurden, aufgrund fehlender Nachfrage zu einem großen Teil makuliert werden können. Dadurch lässt sich das Umsystematisieren auf einfache Weise mit der Bestandsrevision verknüpfen, und man erspart sich die Umarbeitung von nicht genutzten Medien.
- Welche Sachbereiche werden zuerst bearbeitet, welche sind bei der Umarbeitung zweitrangig?
Zweckmäßig ist es, Bereiche vorzuziehen, in denen es größere Änderungen gibt und für die man die meisten Neuzugänge erwartet.
- Wie werden, wenn nicht neue Signaturetiketten zur Anwendung kommen, bereits bearbeitete Medien gekennzeichnet?
- Um unnötiges Verschieben von Medien möglichst zu vermeiden, empfiehlt es sich, bei Beginn der Umsystematisierung in der Aufstellung vorerst auf die Verwirklichung von Feingliederungen zu verzichten. Nach Abschluss der Bearbeitung größerer Mengen oder des gesamten Bestandes einer Hauptgruppe kann dann leichter abgeschätzt werden, wie viel Platz die einzelnen Systematikgruppen benötigen und welche Gruppen sinnvollerweise separat aufgestellt werden sollen.
- Wie weit soll die Feingliederung der Systematik in der Medienaufstellung berücksichtigt werden?
Ausschlaggebend sind dabei - der zur Verfügung stehende Platz, sowie - der vorhandene bzw. für die Zukunft angestrebte Umfang der Bestände. Ab einer Gruppengröße von ca. 15-30 Medien ist eine eigene Aufstellung gerechtfertigt. Um Fremddaten nutzen zu können und um für die detaillierte systematische Katalogerschließung ein zusätzliches Instrument zu gewinnen, ist aber auch bei Gruppen, die nicht separat aufgestellt werden, die Verwendung der detaillierten fünfstelligen Feingliederung im Katalog und bei der Medienbeschriftung dringend anzuraten. Bei Bedarf (sobald die Gruppe eine ausreichende Größe erreicht hat, oder auch vorübergehend für Themenpräsentationen) kann dann leicht auf separate Aufstellung umgestellt werden, ohne dass Medien nachbearbeitet werden müssen.
- Welche Veränderungen im Leitsystem der Bibliothek werden durch die neue Aufstellung notwendig?
Praktische Hinweise zur Organisation der Umarbeitung finden Sie links unter dem Menupunkt "Erfahrungsberichte"! |