Das Österreichische Büchereiwesen ist durch zwei unterschiedliche Organisationsformen gekennzeichnet: Hauptberuflich geführte Öffentliche Bibliotheken, meist größere Einrichtungen in Städten und mittleren Gemeinden, und ehrenamtlich betreute Büchereien, die ergänzend für ein relativ dichtes, flächendeckendes Netz dieser Kultureinrichtung in kleineren Gemeinden und ländlichen Gebieten, aber auch in Betrieben und Sozialeinrichtungen sorgen.

Wie aus der Grafik leicht abzulesen ist, liefern die 287 hauptberuflich geführten Bibliotheken die Leistungsdaten: In ihnen stehen 52,7 % der Medien, sie betreuen 56,6 % der BenutzerInnen Öffentlicher Bibliotheken und verbuchen 76,4 % aller Entlehnungen. Der Umsatz in ehrenamtlich geführten Büchereien liegt bei 0,95, der Umsatz bei hauptberuflich geführten bei 2,78. Wenn man die von MitarbeiterInnen geleisteten Arbeitsstunden auf 40-Stunden-Posten umrechnet, ergibt sich folgendes Bild: Die 7706 ehren- und nebenberuflich tätigen BibliothekarInnen ersetzen 312 Vollzeitposten, die 869 hauptberuflich Beschäftigten 668 Posten. Aber: 287 Standorte ergäben ein ziemlich schütteres Netz, das sich noch dazu dort konzentriert, wo auch Buchhandlungen und andere Kultureinrichtungen zugänglich sind, nämlich in den größeren Städten.
Durch die Arbeit von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen in 1192 Büchereien wird dieses Netz aber zu einem im Verhältnis zu anderen Einrichtungen der außerschulischen Weiterbildung sehr dichten Netz, das besonders elementare Leseförderung leistet, aber durch den Zugang zu modernen Medien und zum Internet auch Informationen aller Art im lokalen Umfeld anbieten kann. Oftmals sind gerade diese kleinen ehrenamtlich geführten Büchereien die einzige Möglichkeit, um vor und im Ort Bücher auszuwählen.
Betrachtet man die Statistik aus dem Gesichtswinkel der Professionalisierung, fällt Folgendes auf: Bei den ehrenamtlich geleiteten Büchereien ist die Zahl der ehrenamtlichen BibliothekarInnen um 2,7 % höher als 2009. Bei den hauptberuflich Tätigen ist die Kopfzahl um 9 % gestiegen, auf 869. Die geleisteten Arbeitsstunden sind jedoch nur um 2,9 % oder 760 Stunden im Jahr gestiegen, also muss die durchschnittliche Beschäftigungsdauer gesunken sein. Ansonsten zeigt sich die gewohnte Verteilung unverändert.
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