Bedingt durch das Fehlen gesetzlicher Regelungen weist das Büchereiwesen in den Bundesländern große Unterschiede auf. Infolge fehlender überregionaler Koordination ist der Standard Öffentlicher Bibliotheken davon abhängig, inwieweit sich Gemeinden, Städte und sonstige Träger engagieren und das Land fördert. Die Unterschiede in den Ländern sind dabei extrem und leider ziemlich unverändert. Während die Gesamtaufwendungen für Bibliotheken um 7,3 % gestiegen sind, sind die Ankaufsausgaben um 0,1 % gesunken (angesichts steigender Kosten ist das nicht erfreulich).
Wenn man die Statistikdaten der Bibliotheken der Bundesländer in klassische Leistungskennziffern umrechnet, lassen sich folgende Aussagen treffen: Die Gesamtausgaben für Öffentliche Bibliotheken betragen im Burgenland 91 Cent pro EinwohnerIn – der Durchschnitt in Österreich liegt aber bei 6,45 €! An der Spitze finden sich Vorarlberg und Wien. Unter dem Durchschnitt liegen in fallender Folge die Steiermark, Niederösterreich, Tirol, Kärnten und das Burgenland.
Die Mittel für den Medienankauf schwanken zwischen 29 Cent pro EinwohnerIn (!) im Burgenland und 2,2 € in Vorarlberg. Der Österreich-Durchschnitt liegt bei 88 Cent. Darunter bleiben mit fallenden Beträgen Tirol, Steiermark, Niederösterreich, Kärnten und das Burgenland.
Die wenigsten Medien pro EinwohnerIn gibt es in Kärnten mit 1,0, es folgen Burgenland mit 1,1, und Niederösterreich mit 1,2. Die meisten Medien pro EinwohnerIn gibt es in Vorarlberg mit 2,4, der österreichische Schnitt liegt bei 1,4 Medien pro EinwohnerIn.
Jedes Bücherei-Medium wird im Schnitt in Österreich 1,7 Mal entliehen. An der Umsatzspitze liegt hier Wien mit 3,1 Mal gefolgt von Vorarlberg mit 2,5 Mal. Zunehmend unter dem Schnitt liegen auch hier Tirol, Steiermark, Niederösterreich, Kärnten und das Burgenland in fallender Reihe.
Die Entlehnungen pro EinwohnerIn sind am geringsten im Burgenland mit 0,5 gefolgt von Kärnten mit 1,0 – in Wien werden 3,6, in Salzburg ebenfalls 3,6 und in Vorarlberg sogar 6,0 Entlehnungen pro EinwohnerIn erreicht, österreichischer Schnitt: 2,5 Entlehnungen pro EinwohnerIn.
Im Burgenland benutzen 2,5 % der Bevölkerung die Öffentlichen Bibliotheken, in Kärnten 5,6 %, in Niederösterreich 7,5 %, in Wien 10,5 %, in der Steiermark 10,7 %, in Oberösterreich 13,6 %, in Tirol 14,3 %, in Salzburg 14,7 % und in Vorarlberg 23,7 % – der österreichische Schnitt liegt bei 11,8% ÖB-BenutzerInnen.
Die Ausgaben für den Medienankauf pro EinwohnerIn sind am geringsten mit 0,29 € im Burgenland und 0,51 € in Niederösterreich, 0,56 € in Kärnten. Es folgen die Steiermark mit 0,56 €, Oberösterreich mit 1,01 €, Wien mit 1,16 € und Salzburg mit 1,4 €. Die Ausgaben sind deutlich am besten in Vorarlberg mit 2,2 €. Der Schnitt liegt bei 0,88 € pro EinwohnerIn in Österreich.
Beim Gesamtaufwand für Öffentliche Bibliotheken sieht es ähnlich aus: Ganz am Ende liegt das Burgenland mit 0,91 € pro EinwohnerIn, gefolgt von Kärnten mit 1,71 €, Tirol mit 2,95 € und Niederösterreich mit 3,46 €. Im Mittelfeld liegt die Steiermark mit 5,75 €, es folgen Oberösterreich mit 7,1 und Salzburg 8,8 €. An der Spitze liegen Vorarlberg mit 9,63 € und Wien mit 11,79 €. Im Schnitt werden in Österreich 6,45 € pro EinwohnerIn für Öffentliche Büchereien aufgewendet.
Von einem einheitlichen österreichischen Bibliothekswesen kann man angesichts dieser Zahlen nicht sprechen!
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