Im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern sichert in Österreich kein Bibliotheksgesetz die Existenz und die Standards der Öffentlichen Bibliotheken. Dementsprechend unterschiedlich sind die Öffentlichen Bibliotheken in Österreich ausgestattet. Die Errichtung und der Betrieb von Öffentlichen Bibliotheken sind freiwillige Leistungen ihrer Träger.
40,6 % der Öffentlichen Bibliotheken werden von den Kommunen geführt, 17,4 % von der Kirche, 5,5 % von Arbeitnehmerorganisationen. Immer mehr Öffentliche Bibliotheken weisen eine kooperative Trägerschaft auf, in der sich Kommunen mit der Kirche und/oder Arbeitnehmerorganisationen den Kostenaufwand für die Büchereien teilen: 451 waren es im Jahr 2010, das sind 30,5 %. Nur 6,1 % haben andere Trägerschaften, meist Vereine.
Sowohl von ihrer Ausstattung als auch von ihrer Nutzung sind nach Trägertypen deutliche Unterschiede zu verzeichnen: In Österreich hat eine durchschnittliche kommunale Bücherei mit 9202 Medien einen fast doppelt so großen Bestand wie eine durchschnittliche Bücherei einer Kirche (4555), aber auch deutlich mehr als kooperativ geführte Bibliotheken (5985) und Bibliotheken von Arbeitnehmerorganisationen (6233).
Mit diesem Medienbestand bewältigen die kommunalen Öffentlichen Bibliotheken das Gros der Entlehnungen: 14.291.872 Entlehnvorgänge (70,4 %) konnten in den ausschließlich von Gemeinden und Städten finanzierten Büchereien registriert werden, das sind mehr als doppelt so viele Entlehnungen als in allen kooperativ, kirchlich, von Arbeitnehmervereinigungen oder sonstigen Organisationen getragenen Büchereien zusammen erreicht wurden. Ähnlich ist das Verhältnis bei den BesucherInnen: Fast zwei Drittel (68 %) der 9.157.562 BesucherInnen der Öffentlichen Bibliotheken gehen auf das Konto der rein kommunalen Bibliotheken.
Diese Erfolgszahlen korrelieren mit der Verteilung der hauptberuflichen MitarbeiterInnen: 74,4 % der 869 hauptberuflichen Bibliothekarinnen und Bibliothekare sind in kommunalen Bibliotheken tätig, 10,6 % in kooperativ getragenen, 5 % in Bibliotheken von AK und ÖGB, 2,2 % in kirchlich getragenen Einrichtungen und 4,1 % in Vereinsbüchereien. |