Rechtliche Regelungen zugunsten der Öffentlichen Büchereien sind nötig
Das Jahr 2008 brachte einen weiteren Anstieg bei den Entlehnungen um 1,8 % und bei den Besucherzahlen um 1 % in den Öffentlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken Österreichs: Die Zahl der BenutzerInnen hat sich hingegen um 2,9 % verringert, was überwiegend darauf zurückzuführen ist, dass 37 Schulbüchereien weniger als 2007 eine Statistikmeldung geliefert haben. Die im Jahr 2006 erstmals erreichten 10 Millionen BesucherInnen wurde aber 2008 nicht nur gehalten, sondern weiter gesteigert – da trägt die Aktion „Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek“ weiterhin wesentlich dazu bei. Keine andere außerschulische Bildungseinrichtung erreicht derart viele Österreicherinnen und Österreicher – ohne das Netz der Öffentlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken wäre eine flächendeckende Versorgung mit Literatur in Österreich nicht gewährleistet.
Bei allem Stolz auf die Leistungssteigerungen des Büchereiwesens seien die nach wie vor schwierigen Rahmenbedingungen, unter denen diese erbracht wurden, nicht unerwähnt: Österreich ist eines der wenigen Länder der Europäischen Union, in denen kein Bibliotheksgesetz die Existenz und Finanzierung der Öffentlichen Bibliotheken festschreibt. Die daraus folgenden Defizite zeigen die Statistikzahlen in diesem Artikel deutlich auf.
Erfreulicherweise signalisierte das Regierungsprogramm Anfang Jänner 2007 Veränderungswillen. Erste Verhandlungen waren durchaus positiv, sie werden auf Expertenebene mit dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur weitergeführt. Die internationale Finanzkrise hat die Gespräche leider nicht gefördert. Veränderung sind aber notwendig! Der Trend, die Mittel für Büchereien zu reduzieren, gehört gebrochen und umgekehrt!
Das Gesamtergebnis
1 511 Öffentliche Bibliotheken und 710 Schulbibliotheken haben ihre Statistikbögen an den Büchereiverband Österreichs gesendet. Damit wird der Bereich der Öffentlichen Bibliotheken umfassend dokumentiert, während man auf dem Gebiet der Schulbibliotheken von einer vollständigen Erfassung nicht sprechen kann. Infolgedessen weisen wir zwar die Gesamtzahlen der registrierten Schulbibliotheken aus, Detailuntersuchungen und Tiefenergebnisse liefern wir aber nur zum Bereich der Öffentlichen Bibliotheken.
Insgesamt haben 2 221 Öffentliche Bibliotheken und Schulbibliotheken ihre Statistikdaten 2008 an den Büchereiverband Österreichs geliefert, das sind um 33 weniger als im Vorjahr. 37 Schulbibliotheken weniger als im Vorjahr haben Daten übermittelt. Die Statistiken von Schulbibliotheken treffen leider nicht immer bis zum Jahresabschlusstermin im Juni ein.
13 074 951 Medien standen in den erfassten Öffentlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken 1 104 345 eingeschriebenen BenutzerInnen zur Verfügung. Der Medienbestand ist mit 13 074 951 im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert: (+ 635). Rund 13,25 % der Österreicherinnen und Österreicher sind eingeschriebene BenutzerInnen in den Öffentlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken. 10 315 137 Personen haben die erfassten Öffentlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken im Jahr 2008 besucht (ein Plus von 1 % im Vergleich zum Vorjahr). Und auch bei den Entlehnungen ist 2008 eine Steigerung zu vermelden: es wurden 20 323 775 Medien entlehnt, die Zahl der Entlehnungen stieg im Vergleich zu 2007 um 1,8 %. Die Mittel für den Medienankauf waren 2008 um 8,3 % höher gegenüber 2007. Das reichte gerade aus, um die abgenutzten Medien zu ersetzen, aber nicht um das Medienangebot zu verbessern. |