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- Büchereiverband Österreichs
Bei einer vom Bundesministerium für Unterricht veranstalteten Büchereitagung im Dezember 1947 wurde die Idee geboren, einen Dachverband für das österreichische Volksbüchereiwesen zu gründen. Daraufhin fand sich am 1. Juni 1948 zur gründenden Versammlung des Verbandes Österreichischer Volksbüchereien in den Räumlichkeiten der Niederösterreichischen Büchereistelle ein Proponentenkomitee ein, das von folgenden Institutionen mit Vertretern beschickt wurde: dem Österreichischen Borromäuswerk, dem Verein Volkslesehalle, der Gemeinde Wien für die Städtischen Büchereien und die Zentrallehrlingsbücherei Wien sowie dem Österreichischen Gewerkschaftsbund für die Betriebsbüchereien. Die Leiterin der Büchereistelle für Niederösterreich, Dr. Edith Halusa, übernahm die Vorarbeiten für die Einreichung der Statuten und die Ausarbeitung eines Aufrufs an die österreichischen Volksbüchereien zum Beitritt. „Er ist ein Zweckverband, der den Versuch der Volksbüchereien – und zwar der neutralen wie auch der weltanschaulich oder politisch bestimmten – darstellt, ihre Angelegenheiten in demokratischer Weise in steter Fühlungnahme mit den staatlichen Stellen, in die Hand zu nehmen“, heißt es dann in einem Bericht in der Zeitung „Buch und Bücherei“. Ordentliche Mitglieder konnten „alle juridischen Personen, die Erhalter oder Eigentümer von Volksbüchereien sind und deren Büchereien einen Mindestbuchbestand von 250 Bänden aufweisen,“ werden. Naturgemäß gewährte man Ausnahmen: „Für kleinere Büchereien ist eine außerordentliche Mitgliedschaft vorgesehen.“ Die Erwartungen an den Dachverband waren hoch gesteckt, sowohl in wirtschaftlicher als auch in fachlicher und legistischer Hinsicht. Man dachte an die Einrichtung einer Einkaufszentrale für Büchereimittel und Bücher. Dabei wollte man als Pressuregroup auftreten und massiv Literaturförderung und Literaturpolitik betreiben. Zumindest in dieser Hinsicht erfüllte der Verband die hohen Erwartungen nicht. Neben Serviceleistungen und der Beratungstätigkeit standen die Bemühungen um eine fundierte Ausbildung, gesetzlich geregelte Einstufungsbestimmungen und um ein österreichisches Büchereigesetz im Zentrum der Aktivitäten. Schon bei der ersten Hauptversammlung wurde ein Entwurf für ein Büchereigesetz zur Begutachtung präsentiert.
1988 wurde der Name auf „Büchereiverband Österreichs“ geändert.
- Österreichisches BibliotheksWerk
Das österreichische BibliotheksWerk wurde 1928 unter dem Namen „Österreichischer Borromäusverein“ gegründet und musste 10 Jahre später, i.e. 1938 de facto seine Arbeit einstellen. Pate bei seiner Gründung in Salzburg hatte der deutsche Borromäusverein in Bonn gestanden, mit dem man bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland in engem Kontakt stand. So erfolgte die Ausbildung katholischer BibliothekarInnen bis 1933 in Bonn. Die letzte am 15. November 1937 in Linz abgehaltene Generalversammlung berichtet von 375 Mitgliedsbüchereien. Bei der Neugründung 1947 unter dem Namen „Das Österreichische Borromäuswerk“ ging man auch in organisatorischer Hinsicht neue Wege. Sekretariat und Zentrale wurden in Salzburg zusammengelegt (vormals: Vereinsleitung in Salzburg, Sekretariat in Steyr, Oberösterreich) und dem Verein wurde ein Wirtschaftsunternehmen zur Seite gestellt, das später ausgegliedert wurde und seither als selbständiger Wirtschaftsbetrieb operiert. 1996 änderte das „Österreichische Borromäuswerk“ seinen Namen auf „Österreichisches BibliotheksWerk. Das Forum katholischer Bibliotheken“.
- ÖGB-Büchereiservice (vormals:Büchereiabteilung des ÖGB)
Die von den freien Gewerkschaften und der sozialdemokratischen Partei organisierten und finanzierten Arbeiterbüchereien wurden 1934 von den Austrofaschisten aufgelöst und danach vom „Verein Arbeiterbüchereien“ geführt. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Kommunalisierung der Vereinsbüchereien vorangetrieben: Die Arbeiterbüchereien wurden entweder geschlossen oder in Gemeindebüchereien umgewandelt. Die Wiener Arbeiterbüchereien waren schon 1936 kommunalisiert worden. Nachdem nach Kriegsende Funktionäre aus Betrieben, Orts- und Bezirksgruppen des ÖGB Kontakt mit dem Bildungsreferat des ÖGB aufgenommen hatten und um Unterstützung bei der Gründung beziehungsweise beim Ausbau von Büchereien gebeten hatten, wurde 1946 im Rahmen des Bildungsreferates des ÖGB eine Büchereiabteilung gegründet. Deren Aufgabe war „bei der Buchbeschaffung zu helfen, bei der Entfernung faschistischer Literatur aus den Büchereien zu beraten und die Bibliothekare für ihre wichtige Arbeit zu schulen“. Zur Belieferung der von der Büchereiabteilung betreuten Büchereien wurde überdies 1950 eine Buchhandlung gegründet. 2005 wurde die Büchereiabteilung des ÖGB in "Verlag des ÖGB-Büchereiservice" umbenannt.
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Büchereistellen des Bundes
Am 20. Juli 1919 wurde mit einem Erlass im Bundesministerium für Unterricht eine Stelle für die Agenden der Volksbildung eingerichtet und in jedem Bundesland ein Volksbildungsreferent bestellt. Zum Aufgabenbereich der Volksbildungsreferenten zählten sowohl die Volksbildungseinrichtungen als auch die Beratung der Volksbüchereien, die zu dieser Zeit von sozialdemokratischen Organisationen, der Katholischen Kirche und von Volksbildungsvereinen getragen wurden. Nach dem „Anschluss“ wurde eine „weitgehend unveränderte Übertragung reichsdeutscher Büchereistrukturen“ auf die „Ostmark“ beschlossen, wobei in jedem Gau der Aufbau einer „Reichsbüchereistelle“ vorgesehen war. Die Leitung der zentralen staatlichen Büchereistelle für die „Ostmark“ übernahm am 1. Januar 1939 der Direktor der Wiener Städtischen Büchereien, Dr. Hans Ruppe. Die in der Folge in Linz, Innsbruck, Klagenfurt, Graz und Salzburg gegründeten Reichsbüchereistellen führten die Kommunalisierung und Säuberung privater und konfessioneller Büchereien rigoros durch. 1945 beschloss man, die „einmal vorhandenen Reichsbüchereistellen zu übernehmen und in den Verwaltungsapparat einzubauen“, indem sie den bundesstaatlichen Volksbildungsreferenten zugeordnet wurden. Idealiter sollten sie „die Beratung der Büchereien bei deren Neueinrichtung und Reorganisation“ übernehmen, „Bücher, Karteimaterial und Büchereibehelfe“ liefern, die Bibliothekare „durch Vermittlung von Buchlisten, durch die Veranstaltung von Schulungskursen und gemeinsamen Besprechungen“ unterstützen und „sie über alle wichtigen Angelegenheiten des Büchereiwesens auf dem Laufenden“ halten.
Ende März 2003 wurden die Büchereistellen des Bundes aufgelöst.
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